BAD NENNDORF (mk). Mit Empörung und scharfer Ablehnung reagierte Haus & Grund Bad Nenndorf auf die Forderung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die Grundsteuer auf Immobilien neu zu ordnen und nicht mehr an die Einheitswerte zu binden. Das DIW kritisierte, dass der Grundsteuer nur die Einheitswerte aus dem Jahre 1964 zu Grunde gelegt würden, die bei Einfamilienhäusern im Durchschnitt 0,12 Prozent und bei Mehrfamilienhäusern 0,17 Prozent ihres Verkehrswertes betragen.
Die 1. Vorsitzende von Haus & Grund Bad Nenndorf, Cornelia Jäger: "Das ist billige Effekthascherei im Sommerloch. Denn verschwiegen wird, dass die Grundsteuer nicht einmalig, sondern jährlich anfällt. Verschwiegen wird vor allem, dass die Grundsteuer nicht nur durch die Einheitswerte gebildet wird. Diese Einheitswerte werden mit einer Steuermesszahl und einem gemeindlichen Steuerhebesastz hoch gerechnet. Erst dann ergibt sich die endgültige Steuerlast." Verschwiegen werde zudem, dass die Immobilie keine reine Kapitalanlage ist. "Sie dient der angemessenen Wohnraumverssorgung, die der Staat ohne private Investitionen alleine überhaupt nicht leisten kann. Daneben ist sie eine Risikoanlage. Ständig müssen Rücklagen für Reparaturen, Sanierungen und Modernisierungen gebildet werden. Aus den Mieten geht das häufig nicht mehr. Denn ihr Entwicklung bleibt seit Jahren hinter der Inflationsentwicklung zurück", unterstreicht Jäger. "Ferner muss der Eigentümer und Vermieter ständig die Nebenkosten vorschießen, die er dann erst einmal von seinem Mieter wieder zurückerhalten muss. Auch darüber gibt es häufig Streit. Vor allem steht der Eigentümer immer dafür gerade, dass die vermieteten Räume in einem vertragsgemäßen und mangelfreien Zustand sind. Ergibt sich zum Beispiel in Folge eines strumgeschädigten Daches ein Wasserschaden, muss der Eigentümer auf eigene Kosten reparieren. Ein Bundesschatzbrief ruft nicht samstags abends an und beklagt, der Strum habe das Dach abgetragen", wie Jäger hervorhebt.