1. "Die Leute werden unruhig"

    Straßenzustand und Grabenböschung geben Anlass zu heftiger Kritik

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    POHLE (pd). Langsam reicht es den Bürgern in Pohle. Jetzt gibt es auch eine Unterschriftenliste in der gefordert wird, den Straßenzustand der L 439 im Bereich der südlichen Ortseinfahrt zu sanieren und durch eine eventuell abgeänderte Streckenführung für mehr Sicherheit von Fußgängern zu sorgen. Weil diese Wünsche aus der Sicht des CDU-Amtsverbandsvorsitzenden Heinrich Schaper und des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Samtgemeinderat, Jürgen Baumgart, schon zu lange auf die lange Bank geschoben worden sind, haben sie sich jetzt mit einem Brief an Dr. Philipp Rösler, den niedersächsischen Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr gewandt.

    "Wir wollen nicht, dass es hier doch noch zu einem schlimmen Crash kommt", weist Schaper auf die Situation vor allem im engen Kurvenbereich am südlichen Ortseingang hin. Die regelmäßigen Staus mit dem dann zwangsläufig entstehenden Umleitungsverkehr im Bereich des A2 Teilstücks zwischen Rehren und Lauenau ergebe für den Ort eine Situation, die man so zwar zur Kenntnis nehmen, aber nicht akzeptieren müsse. Einhergehend mit der sehr starken Verkehrsbelastung – in Zeiten von Staus haben Anwohner bis zu 500 Lkw gezählt, die täglich durch das kleine Dorf brummen – sei die Landesstraße 439 längst sanierungsbedürftig. "Große Teilstrecken sind abgängig", stellen Baumgart und Schaper mit Nachdruck fest. So genannte "Flickarbeiten" seien in der Vergangenheit erfolgt, eine großflächige Sanierung längst überfällig. "Uns ist bekannt, dass hier ein erheblicher finanzieller Aufwand entstehen wird", steht weiter in den Brief an den Minister.

    Es sei jetzt Aufgabe der Politik, diese Missstände abzuschaffen, führt der Amtsverbandsvorsitzende weiter aus. "Es rumort hier gewaltig" unterstreicht Schaper, um die Dringlichkeit zu untermauern. Er und Baumgart sehen die Chance, eventuell mit Fördergeldern aus dem Konjunkturpaket II tätig werden zu können. Bei einem Ortstermin, bei dem auch Anlieger Erwin Wehrmann dazukommt, wird auch auf den maroden Zustand der Aueböschung hingewiesen. Durch das erhöhte Verkehrsaufkommen in den letzten Jahren sind vermehrt Böschungssteine weggebrochen. Die dicken Brummis, die sich im Minutentakt durch den Ort bewegen, leisten "ganze Arbeit", weiß auch der Tischlermeister. Er zeigt auf Stellen im Bachlauf unterhalb seines Grundstücks, wo die Stützsteine nur noch durch das überwuchernde Grün gehalten werden.

    Ärgerlich finden es Schaper und Baumgart, dass Gespräche mit dem Rösler-Vorgänger Hirche bislang ohne konkrete Ergebnisse im Sande verlaufen sind. "Aussagen zu einem angedachten Zeitraster ab 2011 oder später sind weder bestätigt noch anderweitig konkretisiert worden, ärgert sich Schaper. Der amtierende Wirtschaftsminister wird in dem Anschreiben darüber informiert, dass der Rat der Gemeinde Pohle vor Monaten die Pläne für einen verkehrstechnisch dringend notwendigen Teilausbau eines Fußweges im Bereich des Ortsausganges in Richtung Antendorf an der Landesstraße zurückgestellt habe mit der Hoffnung auf die "große Lösung" aus Landesmitteln.

    Inzwischen sei die Standfestigkeit der Landesstraße vor allem in diesem Streckenbereich, nicht mehr gegeben. "Wir wollen nichts dramatisieren, aber der Crash steht unmittelbar bevor", warnt der CDU-Amtsverbandsvorsitzende. Die Tatsache, dass immer mehr Navigationsgeräte in Autos vorhanden sind und diese bei Staus auf der Autobahn die Fahrzeuge durch Pohle lenken, würde die Situation noch weiter verschärfen. Auch der Bau des Edeka-Lagers an der Autobahn sei Grund genug, über eine andere Verkehrsführung nachzudenken. "Mit zunehmender Verkehrsbelastung im Ort verlieren die Grundstücke auch immer mehr an Verkehrswert", gibt Schaper weiter zu bedenken. Niemand wolle die Edeka-Ansiedlung verhindern, aber es müsse unbedingt nach schlüssigen Konzepten für die Verkehrsanbindung gesucht werden. Die CDU-Fraktion im Samtgemeinderat werde mit höchster Aufmerksamkeit bei diesem Thema weiter "am Ball bleiben", verspricht Baumgart. Er erwartet im Vorfeld klare Aussagen über die vorgesehene Verkehrsführung. Foto:pd

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