ALTENHAGEN II (al). Dass die Freiwillige Feuerwehr Altenhagen II über ihre eigentliche Aufgabe hinaus mit zahlreichen Initiativen das dörfliche Leben bereichert, hätten die zahlreichen Gratulanten zum 75-jährigen Bestehen eigentlich nicht extra erwähnen müssen. Aus Anlass ihres Jubiläums richteten die uniformierten Helfer an zwei Wochenenden insgesamt acht Veranstaltungen aus – in eigener Regie. Nur bei den fälligen Thekendiensten baten sie benachbarte Wehren um Unterstützung. Das jederzeitige Engagement für die Dorfgemeinschaft war auch wiederholt Gesprächsthema der Gäste beim Kommers. Der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Peter Friedrichkeit kritisierte Bürger, die den Einsatz der Helfer "nur als reine Selbstverständlichkeit betrachten" und bezeichnete Feuerwehren generell als die "wohl mutigste Bürgerinitiative". Messenkamps Bürgermeister Frank Witte hob "Erfahrung, Stärke und Verlässlichkeit" der Altenhäger Helfer hervor: "Diese Wehr packt an und gestaltet mit." Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote wandte sich unter anderem dem Engagement für die Jugend zu: Nur so könne die Zukunft der Wehr gesichert werden. Er warnte jedoch vor den Folgen des demographischen Wandels, die der uniformierten Helferorganisation schon bald personelle Probleme bereiten könnten. Gemeindebrandmeister Jürgen Wilkening erklärte, dass Feuerwehren neben ihrer helfenden Aufgabe auch eine "soziale Funktion" besäßen: "Sie sind ein unverzichtbares Element im kulturellen Leben unserer Dörfer." Ortsbrandmeister Tim Brix verlas aus dem inzwischen 140 Seiten umfassenden Protokollbuch die wichtigsten Ereignisse der lokalen Feuerwehrgeschichte. In den 75 Jahren habe es nur einen Großbrand, jedoch etliche Hilfseinsätze nach Hochwasser gegeben. Zudem seien die Aktiven stets bereit für handwerkliche Arbeiten gewesen. Auch aus den Reihen der Förderer sei dabei Hilfe gekommen: Brix erwähnte in diesem Zusammenhang besonders Helmut Hachmeister. Von den einst 20 Gründern, die 1934 das freiwillige Löschwesen aus der Taufe gehoben hatten, lebt heute niemand mehr. Aber etliche Familiennamen tauchen bis heute in den Mitgliederlisten auf: Das Engagement für die Wehr habe sich in Generationen überliefert, lobte Brix. Mit Ehrenurkunden zeichnete er den früheren Ortsbrandmeister Siegfried Richter und Friedrich Wehrhahn an: Beide tragen seit jetzt 60 Jahren den blauen Rock. Beförderungsurkunden gingen an Oliver Hillebrand (Oberfeuerwehrmann) und Patrick Poloczek (Hauptfeuerwehrmann). Foto: al
Siegfried Richter (2. v. li.) und Friedrich Wehrhahn werden von den Ortsbrandmeistern Tim Brix (li.) und Markus Hill (re.) geehrt.