AUETAL (tt). Nachdem nun auch die Wählergemeinschaft ihre Zustimmung für die "große Variante" gegeben hat, fiel die Abstimmung über den Ratshausausbau im Rat der Gemeinde Auetal mit 11:6 Stimmen dann doch deutlicher aus als erwartet. Die knappe SPD/Grünen/Bündnis 90-Mehrheit der Befürworter war ins Wanken geraten, als der Ratsvorsitzende und SPD-Ratsherr Kai-Uwe Gellermann im Vorfeld seine Ablehnung bekundet hatte. In der Ratssitzung ging er dann noch soweit, den Ausbau gänzlich in Frage zu stellen. "Wir haben die "Alte Molkerei" saniert, um hier das Ratshaus unterzubringen. Stattdessen werden für billiges Geld Räumlichkeiten vermietet, um dann im eigenen Haus ausbauen zu müssen", so der Ratsherr, der auch in einer Sitzungsunterbrechung seine Fraktionskolleginnen und –Kollegen nicht umstimmen konnte. Er stimmte mit den Mitgliedern der CDU gegen die "große Variante", die ein zusätzliches 100 Quadratmeter großes Bürgerzen-trum vorsieht (wir berichteten). Der Sprecher der CDU-Fraktion, Torben Sven Schmidt erläuterte in der Ratsitzung noch einmal die Haltung der Christdemokraten, die grundsätzlich für eine Sanierung des Ratshauses sind, aber eben nicht die teurere Variante favorisieren, nur weil es dafür Fördermittel gibt. "10.000 Euro billiger ist die "Kleine Lösung" ohne Bürgerzentrum, die völlig ausreicht, weil wir im Auetal genügend Räume dieser Größenordnung zur Verfügung haben. Die Inanspruchnahme der Fördermittel allein rechtfertigt nicht die Mehrausgaben", so Schmidt, der sich als Treuhänder der Steuerzahler sieht. Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Hans-Jürgen Bethge, nannte aber gerade die Fördermittel des Bundes und der EU als notwendige Einahmequelle für das Auetal "Wo ständen wir heute, wenn wir die Töpfe nicht ausgeschöpft hätten" ? Er wies auch noch einmal auf die Notwendigkeit hin, das Rathaus energetisch zu sanieren und zu vergrößern, damit sich die Arbeitsbedingungen verbessern. "Mit der "großen Variante" wird der Gemeindehaushalt nicht zusätzlich belastet, lässt uns aber ein Ambiente schaffen, das eine moderne Verwaltung benötigt". Ähnlich sieht es der Sprecher der WGA, Heinrich Wente, der deutlich machte, dass das Rathaus seit 34 Jahren nicht wesentlich renoviert wurde. Nach dem Votum des Rates kann die Gemeinde die Planungen nun zügig vorantreiben. Hier noch einmal die wesentlichen Fakten: Der Erweiterunsbau unmittelbar neben dem Rathaus umfasst den ausgelagerten Bürgerservice mit drei kompletten Arbeitsplätzen, eine Sanitäranlage (öffentliche Toilettenanlage während der Dienststunden) und den Multifunktionsraum im Bürgerzentrum mit einer Fläche von rund 125 Quadratmetern. Insgesamt verfügt die "große Variante" über 109 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche gegenüber der kleineren Lösung. Der von der Gemeinde zu tragende finanzielle Eigenanteil ist im Vergleich zur kleinen Lösung geringer. Der kleinere Ausbau kostet 155.000 Euro und es gibt keine Fördermittel. Der jetzt genehmigte Ausbau kostet durch die Förderung nur 140.000 Euro. In Verbindung mit dem Umbau und der Sanierungsmaßnahme des Rathauses ist der Neubau eines Bürgerzentrums als Aktivitäts-, Service- und Kompetenzzentrum an das vorhandene Rathaus geplant. Der Neubau soll als zentrale Anlaufstelle für Bürger und Gäste sowie als Kommunikationstreff für die Bürgerschaft genutzt werden. Foto: tt
"Das Ratshaus ist unser Aushängeschild für eine moderne Verwaltung", so Hans-Jürgen Bethge von der SPD.