1. Eine Ausstellung zeigt Fotos aus aller Welt und aus der Region

    Erinnerungen an Heinrich Kommerein / Sohn Jochen Blume bebildert Titelseiten

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    LAUENAU (al). Vier Wochen lang dürften Besucher einer Ausstellung im Lauenauer "Atelier Art" aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Rund 120 Schwarz-Weiß-Aufnahmen werden zu sehen sein. Die eine Bildergruppe ist in den dreißiger Jahren entstanden – von einem bekannten heimischen Fotografen. Fast mehr noch aber dürften die weiteren Szenen zur Überraschung werden. Denn der Sohn hat viele Großen dieser Welt abgelichtet und zahllose Titelbilder für Magazine geliefert.

    Es handelt sich um Heinrich Kommerein, der nach Kriegsende bis in die siebziger Jahre hinein ein Studio zuletzt im Lauenauer Ratskeller betrieb, sowie um Jochen Blume, der in der gleichen Zeit als Bildberichterstatter unter anderem bei der Deutschen Presseagentur, den Springer-Verlagsprodukten "Bild", "Bild am Sonntag" und "Kristall" sowie schließlich beim "Stern" Karriere machte. Später nahm er eine Professur an einer Hamburger Hochschule an. Bis heute ist der jetzt 84-Jährige als Dozent tätig.

    Heinrich Kommerein hätte vielleicht die gleiche Karriere machen können. In Hannover arbeitete er Bildjournalist und Schriftleiter, bis ihn die Nationalsozialisten bereits 1934 mit einem Berufsverbot belegten. Danach sei er "resigniert", wie Blume und auch Kommereins zweiter Sohn, der in Rodenberg lebende Henning Kommerein übereinstimmend bestätigten. Der Vater schrieb zwar noch gelegentlich heimatkundliche Beiträge. Den Unterhalt der Familie sicherten jedoch Fotoaufträge unter anderem von den Casala-Werken für deren Kataloge sowie private Anlässe wie Konfirmationsfeiern und Hochzeiten.

    Henning Kommerein war es auch, der die Idee zur gemeinsamen Ausstellung hatte und in der Rodenberger Künstlerin Marina Brand schnelle Bereitschaft weckte, ihr Lauenauer Atelier dafür zur Verfügung zu stellen. Ihm ist es schon lange ein Anliegen, dass die Erinnerung an den Vater nicht verblasst.

    Der Heimat- und Museumsverein des Fleckens hatte schon vor Jahren eine kleine Vitrine mit Bildern und Kameras aus dem Besitz des früheren Fotografen bestück, der 1982 im Alter von fast 83 Jahren gestorben war.

    Zur Eröffnung der am Sonntag, 6. September, um 11 Uhr beginnenden Ausstellung will Jochen Blume über die "Fotografie damals und heute", das väterliche Können mit der Kamera und die eigenen Stationen eines unsteten Journalistenlebens berichten. Das wird ein spannender Vortrag; nicht zuletzt, weil viele seiner Bilder um die Welt gegangen sind. Etliche Szenen sowie Porträts von Politikern und Künstlern gelten geradezu als legendär.

    Alle ausgestellten Fotos können auf Wunsch auch erworben werden. Die Ausstellung ist bis zum 4. Oktober geplant und wird mittwochs von 10 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 17 bis 21 Uhr geöffnet sein. Weitere Termine sind für einige Sonntage im genannten Zeitraum beabsichtigt. Foto: al

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