RINTELN/EXTERTAL (ste). Für den Extertaler Bürgermeister Hans Hoppenberg war der Start der Draisinen im Jahr 2001 noch mit gemischten Gefühlen verbunden: "Viele fragten mich, warum der Draisinenbahnhof nicht auf Extertaler Gebiet angesiedelt wurde!" Doch dann entwickelte sich die Draisine zum Imageträger Nummer eins in der touristischen Verbindung von Rinteln und dem Extertal und immerhin liegen die gastronomischen Betriebe, die von mittlerweile mehr als 35.000 Draisinen in rund neun Jahren profitierten, weitgehend auf westfälischem Gebiet. 140.000 Gäste nahmen das Angebot bislang an, so errechnete Pro Rinteln Stadtmanagerin Annette Achilles und ehrte dafür zusammen mit Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz aus Rinteln, dem Barntruper Bürgermeister Herbert Dahle sowie zahlreicher weiterer Ehrengäste Kristin Wiechers aus Nieheim/Höxter, die eine Familien- und Freundestour gebucht hatte und am Gut Rickbruch mit Blumen, Schnittchen und Getränken überrascht wurde.
Kristin Wiechers aus Nieheim/Höxter ist die 140.000 Draisinenbesucherin und sie plant zusammen mit ihrer Familie und Freunden die Tour von Rinteln bis nach Alverdissen und zurück.
Die Entscheidung für die Streckenführung von Rinteln bis nach Alverdissen und zurück entschied sich letztlich aufgrund des Streckenprofils, so Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz. Auf einer Länge von 18,1 Kilometern beträgt die Hinfahrt bei einer Geschwindigkeit von gemittelt 6 km/h rund drei Stunden.
"In Alverdissen hat man dann erst einmal Hunger und Durst und manche verfluchen zu diesem Zeitpunkt die Strecke", so Buchholz, der jedoch auf der Rückfahrt nach Rinteln, die bei stetigem Gefälle nur noch rund eineinhalb Stunden dauert, ausschließlich zufriedene Gesichter auf den Draisinen erlebt hat: "Viele wollen nach der Tour so schnell wie möglich wieder auf die Strecke kommen!"
Zeitgleich mit der Jubilarin Kristin Wiechers befuhr auch eine Dienstabteilung der Hamelner Polizei unter der Leitung von Polizeihauptkommissar Dietmar Müller die Strecke.
In Rickbruch waren sie überrascht von dem "großen Bahnhof", der für sie aufgebaut war und am Ende doch jemandem anderes galt: "Wir sind nur ganz knapp an der Jubiläumsmarke vorbeigeschramm", hieß es aus der Belegschaft, die die Fahrt in ganzen Zügen genoss: "Es war ein tolles Erlebnis", so die einstimmige Meinung der Ordnungshüter, die peinlich genau darauf achteten, dass die "Radfahrer" auf den Draisinen von dem mitgeführten Raketentreibstoff ausgespart wurden.
"Don‘t drink and drive" gilt auch auf der Draisinenstrecke!
Foto: ste