SOLDORF/APELERN (al). Die Diskussion um neue Straßenlampen im Ortsteil Soldorf hat eine Wendung erfahren. Noch im Frühjahr entschied sich der Bauausschuss der Gemeinde dafür, nur 19 der insgesamt 26 Leuchten auszutauschen. Nun soll es das komplette Netz sein. Der Grund: Es gibt einen Zuschuss, wenn mit einer Senkung des Energieaufwands auch eine Leistungsregelung erfolgt. Und diese ist nur komplett und nicht für Teilbereiche möglich.
Der Blick der hiesigen Kommunalpolitiker auf die vorhandenen "Pilzleuchten" ist schon lange getrübt: Hoher Kostenaufwand und geringe Lichtausbeute der jahrzehntealten Kandelaber sollten ein Einde haben. Deshalb informierte sich der Ausschuss bei einem Experten und empfahl, zum Preis von 16.000 Euro die bisherigen Quecksilberdampflampen durch Natriumdampf-Hochdrucklampen zu ersetzen. Diese besitzen zudem penibel konstruierte Reflektoren, die das Licht auf die Straßen streuen. Statt einer 125-Watt-Leistung seien nur noch 70 Watt erforderlich; kleinere Lampen mit 80 Watt könnten sogar mit nur noch 50 Watt betrieben werden. Nun winkt Apelern aber ein Zuschuss von 25 Prozent, wenn neben der damit erreichten Energieeinsparung von über 30 Prozent auch noch eine Leistungsregelung erfolgt. Will heißen: In verkehrsarmen Zeiten wie zum Beispiel zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens müssten die Leuchten gedimmt werden. Sie brennen aber grundsätzlich durchgehend.
Diese Nachtreduktion bedarf jedoch eines einheitlichen Lampensystems und einer zentralen Schaltung. "Das ist es uns wert", hat Bürgermeister Heinrich Oppenhausen ausrechnen lassen. Zwar koste ein Komplettaustausch 23.000 Euro. Der Mehraufwand kompensiere sich jedoch fast durch den zu erwartenden Zuschuss. In den Kosten enthalten ist übrigens die bereits beschlossene Ergänzung einer Leuchte im Bereich Friedhofsweg/Dornbusch.
Wenn das Soldorfer Modell funktioniert, könnte es nach Meinung Oppenhausens auch in anderen Bereichen der Gemeinde Anwendung finden. Etliche Siedlungsteile von Apelern seien zum Beispiel noch mit den "Pilzleuchten" ausgestattet. Da im Riesbachdorf bereits mehrere Schaltkreise installiert sind, lasse sich für weitere Zuschüsse das verlangte Kriterium Leistungsregelung mühelos erfüllen.
Oppenhausen hofft nun auf eine baldige Zusage der beantragten Finanzhilfe: In Soldorf sollen die neuen Lampen noch vor Beginn der dunklen Jahreszeit installiert sein. Foto: al