1. Klarer Aufwärtstrend zu erkennen

    Sekunde der Unachtsamkeit kostet Remis / Hannover 96 verliert 0:1 bei Hertha BSC / Chancenverwertung mangelhaft

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    BERLIN (ro). Das Team von Hannover 96 beantwortet eine turbulente Woche mit einem positiven Aufbäumen. Munter im Vorwärtsdrang und aggressiv im rechtzeitigem Stören des Gegners. Den Lohn für den verbesserten Gesamteindruck verschenkten die Profis von Hannover 96 allerdings. Eine Sekunde der Desorientierung mündete in die 0:1-Niederlage bei Hertha BSC.

    Dicke Torchancen hatten die 96-Akteure mehrfach auf dem Fuß: Jiri Stajner, Arnold Bruggink und nicht zuletzt ein völlig freistehender Mike Hanke. Ein Quentchen mehr Entschlossenheit in den guten Offensivaktionen hätte den Profis viel Druck vor den kommenden Aufgaben erspart. Sichtlich genervt schlich Trainer Dieter Hecking in die Kabine.

    Anzukreiden war ihm an dieser Niederlage nichts. Taktik, Aufstellung und Marschroute waren völlig in Ordnung. 96 war gefühlt über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft. Trotz der Punktlosigkeit darf dieser Auftakt zuversichtlich stimmen, denn eines war klar erkennbar, trotz aller Wirrnisse der vergangenen Tage: Das 96-Team lebt. Ein Erfolgserlebnis im ersten Heimspiel ist jetzt allerdings zwingend nötig. Für die Mannschaft nichts Neues. Der gleiche Druck seit Monaten: auswärts verloren - jetzt muss ein Heimsieg her. Drei Punkt würden wieder die Wogen glätten und 96-Boss Martin Kind müsste nicht dauernd seiner sportlichen Leitung öffentlich den Rücken stärken.

    Trainer Hecking war insgesamt das Gefälle im Spiel noch zu groß. "Da müssen wir einfach sehen, dass wir über 90 Minuten konstanter da sind. Wir hatten gute Phasen, auch im Spiel nach vorne, die Chancen waren ja da. Nur gab es auch Phasen, in denen wir mehr Konsequenz hätten zeigen müssen. Wir müssen eben jene Geilheit haben wie Kacar, der beim Tor noch einmal nachstochert und dagegen hält. Es war aber auch so, dass wir endlich einmal wieder in einem Auswärtsspiel sechs, sieben Torchancen – auch heraus gespielte – gehabt haben. Die Mannschaft hat heute alles richtig gemacht, was wir uns vorgenommen haben, nur das Ergebnis stimmte leider wieder nicht. Der eine Punkt, den wir uns vorgenommen haben, wäre heute verdient gewesen."

    Schon die Aufstellung der Roten hatte überrascht: Djakpa ersetzte Rausch hinten links, Forssell stürmte für Hanke. Die größte Gelegenheit der Anfangsphase besaß 96, als Forssell im Anschluss an eine Krzynówek-Rechtsecke zum Kopfball ansetzte und Drobny bereits geschlagen schien. Doch der vor der Linie stehende Stajner war zu überrascht und beförderte das Leder wieder zurück in die Arme des Hertha-Keepers anstatt über die nahe Linie (5.).

    Im weiteren Verlauf der Partie zeigte sich 96 zunehmend couragierter und spielte sich ein ums andere Mal aussichtsreiche Gelegenheiten hinaus. Viel Pech für die Roten, als Brugginks Schlenzer nur an der Querlatte landete und Stajner den Nachschuss volley in den Himmel knallte (39.).

    Kurz vor der Pause war es erneut Bruggink, dessen Weitschuss nicht den Weg ins Ziel fand (44.). So konnte der Gastgeber froh sein, mit einem torlosen Remis in die Pause gehen zu können.

    Und 96 machte da weiter, wo es aufgehört hatte. Stajner wurde nicht angegriffen und zog aus 18 Metern ab. Drobny rettete mit Glanzparade (47.). Hertha kam aber stärker auf. Torhüter Robert Enke rückte verstärkt in den Blickpunk.

    Gegen Kacars Fernschuss zeigte sich Enke voll auf dem Posten (52.). Weiterhin rettete der 96-Kapitän stark gegen den eingewechselten Ebert (76.), dann mit Weltklasseparade gegen einen Fernschuss Raffaels (77.). Fünf Minuten später klingelte es im 96-Kasten: Domovchiyski spielte Doppelpass mit Cicero und riss somit die rechte Abwehrseite der Roten auf.

    Beim Pass in die Mitte zeigte sich der ansonsten souveräne Djakpa für Sekundenbruchteile nicht auf der Höhe und Gojko Kacar spitzelte das Leder durch die Beine von Enke in die Maschen (82.). Die Roten hätten trotzdem noch den verdienten Ausgleich markieren können, als Joker Mike Hanke mutterseelenallein vor Drobny auftauchte, das hohe Anspiel aber nicht gewinnbringend verwerten konnte – der 96-Stürmer schlug über das Leder (88.).

    Den Schwung aus dieser Niederlage wollen die Roten nun mitnehmen. "In den nächsten Tagen müssen wir uns wieder in Ruhe aufbauen und uns dann auf Mainz vorbereiten. Gegen Mainz müssen wir dann versuchen, das Glück zu erzwingen. Resignation wird man bei uns nicht spüren, wir werden uns intern zusammensetzten, um noch einiges zu verbessern. Es gibt noch Dinge, an denen wir sachlich und in Ruhe arbeiten müssen, gar keine Frage – und das wird uns auch gelingen", so der sportliche Chef Hecking.

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an