1. Für einen Groschen in der Feuerwehr Vor 75 Jahren gründen sich Altenhagens Brandbekämpfer / Fest-Wochenende mit Zeltdisco, Kommers, Tanz und Frühstück geplant

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    ALTENHAGEN II (al). Mit außerordentlich bescheidenen Mitteln hat die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr von Altenhagen II vor genau 75 Jahren begonnen. Eine alte Handdruckspritze, primitive Ausrüstung und die Pflicht zu Hand- und Spanndiensten markierten den Start von 18 Mitgliedern, die gemeinsam die bis dahin vorhandene Pflichtwehr ablösen wollte. Erster "Wehrführer" war Christian Kniggendorf. Wenn sie die alten Unterlagen studieren, lächeln die heutigen Verantwortlichen ein wenig: Ihnen stehen viel bessere technische Hilfsmittel zur Verfügung. Aber die Pflicht, selbst anzupacken, ist geblieben. Wieder einmal stecken die uniformierten Helfer mitten in Bauarbeiten.

    Am kommenden Wochenende aber soll gefeiert werden: Eine Zeltdisko für junge Leute am Freitag, 14. August, ab 21 Uhr; ein Kommers am Sonnabend, 15. August, ab 19.30 Uhr mit anschließendem Tanz zur Blasmusik der Nettelreder Feuerwehrkapelle sowie Gottesdienst und Katerfrühstück am Sonntagmorgen ab 10 Uhr wollen das 75-jährige Bestehen dokumentieren. Zu Recht sind die hiesigen Brandbekämpfer stolz auf die Entwicklung; vor allem, weil sich immer wieder junge Leute für den freiwilligen Dienst gewinnen ließen.

    Der heutige Ortsbrandmeister Tim Brix ist der erst siebente in der lokalen Feuerwehrchronik. Einige Vorgänger haben für Jahrzehnte Verantwortung getragen; zum Beispiel Siegfried Richter, unter dessen Leitung der größte Fortschritt vollzogen werden konnte: 1980 wurde mit dem neuen Dorfgemeinschaftshaus auch eine Garage eingeweiht, die das vorhandene Provisorium in direkter Nachbarschaft zur ehemaligen Dorfschule ersetzte. Damals packte die Wehr ebenso eifrig an wie in den Gründerjahren, als sie einen hölzernen Turm zum Trocknen der Schläuche erstellte. In jüngster Vergangenheit bewiesen die Aktiven und einige fördernde Mitglieder Fleiß beim Umbau des Gerätehauses sowie – ganz aktuell – beim Bau eines Carports für ihr zweites Einsatzfahrzeug, einen Mannschaftstransportwagen.

    Ein Blick in die Chronik fördert allerlei Ereignisse und Kuriositäten zutage. Zum Beispiel die bereits 1889 in Betrieb genommene Handdruckspritze, die heute im Lauenauer Amts- und Fleckenmuseum steht, oder auch die Tatsache, dass der Mitgliedsbeitrag in den Anfangsjahren gerade einmal einen Groschen betrug. Die erste Motorspritze wurde 1952 in Betrieb genommen. Ein erstes Fahrzeug erwarb die damals noch selbständige Gemeinde ein Jahr später: Es war ein noch umzubauender und mit roter Lackierung zu versehener Lieferwagen. 1964 folgte ein Ford Transit; 1986 das heutige Modell, das voraussichtlich in 2010 ersetzt werden kann.

    Von großen Feuersbrünsten ist das Dorf weitgehend verschont geblieben. Zweimal in den dreißiger Jahren und dann noch 1978 aber kam es zu Flammen-Katastrophen. Arbeitslos blieben die Helfer in der übrigen Zeit dennoch nicht: Aus den siebziger Jahren sind brennende Müllkippen in Erinnerung, die damals vor dem Kappenberg verfüllt wurden. Immer wieder sorgten Unwetter für aufwendige Einsätze.

    Ortsbrandmeister Brix sieht seine Truppe für die Zukunft gut gerüstet. Dank konsequenter Jugendarbeit in über 30 Jahren hat sich stets Nachwuchs gefunden. Allein in 2007 konnten neun junge Leute in die Stammwehr übernommen werden. Die Jugendbetreuung werde auch weiterhin einen wichtigen Stellenwert einnehmen, betont Brix. Seit einem Jahr gibt es eine enge Kooperation mit der Messenkämper Wehr, um das Angebot weiter zu verbessern. Foto: al

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