RINTELN (km). Fast allen "Studenten" der fünften Sommer-universität hat ihre einwöchige Probezeit in Rinteln gut gefallen, wie jetzt bei der Abschlussveranstaltung im Brückentorsaal deutlich wurde. Zum Abschluss überreichte Dr. Martin Beyersdorf, Leiter der zentralen Einrichtung für Weiterbildung an der Leibnitz-Universität Hannover, den Teilnehmern ihre Testate.
Insgesamt über 300 Schülerinnen und Schüler sind bei der Abschlussveranstaltung im Brückentor dabei.
Die Veranstaltung in Kooperation zwischen der Leibnitz Universität Hannover und dem Landkreis Schaumburg sollte in erster Linie den am Studieren interessierten Schülerinnen und Schülern der Oberstufen Einblicke in die unterschiedlichsten Disziplinen und Themen bieten und ihnen so nach Möglichkeit bei der Studien- und Berufswahl behilflich sein. Insgesamt hatten sich für das dritte Studien- Kultur- und Freizeitprogramm mit seinen rund 70 Veranstaltungen immerhin über 300 Teilnehmer eingeschrieben, die meisten aus der näheren Umgebung, einige aber auch von weither - aus Polen, England und Spanien etwa.
Die Teilnehmer konnten aus einem breiten Spektrum von über 20 Fachrichtungen wählen. Über 30 Wissenschaftler brachten mit rund 70 Seminaren, Workshops und Informationsveranstaltungen Uni-Betrieb in die Weserstadt. Jeden Tag konnte ein anderes Fach studiert, Studienanforderungen erprobt und Hochschulalltag stressfrei erlebt werden. Angeboten waren unter anderem Vorträge, Workshops und Seminare aus den Bereichen Geschichte, Philosophie, Psychologie, Pädagogik, Jura, Politik, Theologie, Wirtschaftswissenschaften, Kunst, Musik und Naturwissenschaften. Und um die intellektuellen Bemühungen der Wissensdurstigen nicht ins Verbissenene abgleiten zu lassen, hatten die Veranstalter auch mit einem vielfältigen Freizeitprogramm aufgewartet.
Einen guten Eindruck haben die jungen Leute in Rinteln allemal hinterlassen, wie Undine Rosenwald-Metz bei der Verabschiedung im Brückentor feststellte. Die Jugend, so die Direktorin der Volkshochshule, sei keinesfalls "faul, kauffreudig und oft betrunken", wie es in einer "Studie" von 2007 geheißen habe.
Besonders erfreut zeigte sich die VHS-Chefin darüber, dass einige Teilnehmer sich selbst angeboten hätten, künftig als "Botschafter" der Sommeruniversität an ihren Schulen zu fungieren: "Eine bessere Werbung kann es für uns nicht geben."
Als "Special-Guest" konnte bei der Verbschiedung diesmal der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy begrüßt werden. Edathy wies, ebenso wie seine Vorredner, darauf hin, dass das Lernen mit der Schulzeit nicht zuende sei. Die "große Freiheit" nach der Aushändigung des Abitur-Zeugnisses stelle sich zwar ein bisschen ein, rekapitulierte Edathy seine eigene Vita vor 20 Jahren, doch damit einher gehe schließlich auch eine Verantwortung - nicht zuletzt dem eigenen Leben gegenüber. Und die Frage, wie man den weiteren Bildungsweg gestalten möchte, sei eine ganz individuelle. Und gerade in diesem Sinn seei die Sommeruni in Rinteln eine perfekte Veranstaltung, sich über die Möglichkeiten ein Bild zu machen. Foto: km