1. Noch keine Gottesdienste in der Kirche

    Größerer Brandschaden in St. Lukas / Polizei grenzt Täterkreis ein / Zurzeit Gottesdienst im Gemeindehaus

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    LAUENAU (al). Der Schaden nach dem Feuer in der Lauenauer St. Lukas-Kirche ist größer als bislang angenommen. Weniger die Flammen als viel mehr Rauch und Ruß haben dem Gebäude erheblich zugesetzt. Bis auf weiteres können keine Gottesdienste stattfinden. Unterdessen kann die Polizei den Kreis der vorsätzlich vorgegangenen Brandstifter eingrenzen: "Das war eine Beziehungstat örtlicher Täter", ist sich Kriminalhauptkommissar Gerhard Böttcher sicher.

    Hinter Pastor Dieter Meimbresse liegen unmittelbar nach Rückkehr aus dem Urlaub zahlreiche Unterredungen mit Fachfirmen und Versicherung. Chemiker analysierten die Geruchs- und Schmutzbelastung auf Gegenständen und an Gewölbedecken. Eine Reinigungsfirma wird aufgrund der gewonnenen Kenntnisse in Kürze tätig werden. Sorgen bereiten Meimbresse mögliche Schäden an der denkmalgeschützten Furtwängler-Orgel. Im günstigsten Fall aber sei wohl mindestens eine Reinigung fällig.

    Auch ein historischer Leuchter von 1786 muss noch in die Hand von Experten gelangen: Durch die mit Brandbeschleunigern erzeugte hohe Hitze an dem von Konfirmanden in einem Seitenschiff dekorierten Tisch sei ein Fuß komplett geschmolzen.

    Böttcher ist sich sicher, dass nur dank der Aufmerksamkeit eines Autofahrers und des schnellen Feuerwehreinsatzes ein Großbrand verhindert werden konnte. Der Bad Nenndorfer hatte am vorletzten Mittwoch hinter den Kirchenfenstern Flammen gesehen und gegen 18.20 Uhr den Alarm auslösen lassen. Die eintreffenden Hilfskräfte konnten das Feuer zwar im Nu löschen, doch der Qualm hatte sich bereits im gesamten Gebäude ausgebreitet.

    Vertreter der Gebäudeversicherung begutachteten in den vergangenen Tagen das Ausmaß der Brandfolgen. Der Gesamtschaden dürfte inzwischen weit höher als die anfangs geschätzten 10.000 Euro liegen.

    Bei ihrer Suche nach den Tätern ist die Polizei offenbar schon ein großes Stück weitergekommen. Über den aktuellen Stand aber wurden aus ermittlungstaktischen Gründen keine näheren Angaben gemacht. Aber es gibt inzwischen eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro für sachdienliche Hinweise. Wer Verdächtiges am vorletzten Mittwoch, 15. Juli, zwischen 17.45 und 18.15 Uhr rund um die St. Lukas-Kirche oder besonders an deren Haupteingang beobachtet hat, kann sich rund um die Uhr an das Polizeikommissariat Bad Nenndorf unter der Rufnummer (05723) 94610 wenden.

    Auch einen ideellen Schaden hat die Tat der Frevler zur Folge. Gottesdienste können zurzeit nur im benachbarten Gemeindehaus gefeiert werden. Unklar ist für Meimbresse ist bislang noch die Durchführung zweier großer Termine: Am Sonntag, 30. August, war eigentlich die Begrüßung von 60 neuen Vorkonfirmanden geplant; am Sonntag, 13. September, sollten besondere Konfirmationsjubiläen gefeiert werden.

    Entgegen bisheriger Ankündigungen zum kommenden Sonntag, 26. Juli, will nun der Lauenauer Seelsorger selbst den Abendgottesdienst um 18 Uhr halten und dabei auch das Abendmahl spenden. Auch dazu treffen sich die Gläubigen im Gemeindehaus.

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