SAMTGEMEINDE RODENBERG (pd). Er ist in der Politik ein "alter Hase" und weiß daher genau, worauf er sich bei der Annahme der Wahl zum neuen CDU- Amtsverbandsvorsitzenden eingelassen hat. Heinrich Schaper will mit seinem Team in den nächsten Jahren die Kommunalpolitik in der Samtgemeinde Rodenberg neu gestalten. Dabei hat er weniger die Parteipolitik, als viel mehr lokale Themen im Visier. Bei der Mitgliederversammlung des Amtsverbandes ist Schaper zum Nachfolger von Volker Dahle gewählt worden, der der CDU den Rücken gekehrt hat (wir berichteten).
"Wir wollen gemeinsam unsere Stärken bündeln und mit konstruktiver Mitarbeit und Anträgen die Politik in der Samtgemeinde gestalten", so die Ansage Schapers bei der Annahme der Wahl. Bevor sich der Pohler für die Kandidatur ausgesprochen hat, gab er seinen Vorstandskollegen und der CDU-Fraktion eine Art Thesenpapier an die Hand, in dem er ganz klar seine Marschrichtung für die Zeit bis zu den nächsten Kommunalwahlen aufzeigt. "Das war eine klare Ansage und die Leute, die mich jetzt unterstützen wissen, was ich für Ziele ins Visier genommen habe".
Mit einem neuen Team, zu dem auch bisherige Vorstandsmitglieder gehören, will Schaper jetzt durchstarten. Ihm zur Seite stehen als erster. Stellvertreter Burkhard Liewald aus Lauenau, als zweiter Stellvertreter Dirk Tetzlaff, ebenfalls Lauenau.
Schriftführerin ist Bettina Runge aus Pohle, Schatzmeister bleibt wie gehabt der Rodenberger Joachim Stürck. Marion Klose, vorher erste Stellvertreterin, stand aus gesundheitlichen Gründen für einen Vorstandsposten nicht mehr zur Verfügung. Schapers Platz als Beisitzer hat Torsten Nowak aus Apelern eingenommen.
"Wir müssen uns neu definieren" umschrieb Schaper die Situation. Neu ist schon einmal die Trennung von Vorsitz und Samtgemeindebürgermeister-Kandidat. Denn dafür, das macht der neue Amtverbandsvorsitzende immer wieder deutlich, steht er nicht zur Verfügung.
Sein Amt werde er professionell und geradlinig ausüben. "Ich weiß, worum es geht", fügt er an und streicht heraus, des unter seiner Regie vor allem um Themen vor der Haustür gehen werde. Ein "Newcomer" im Amt ist Schaper auf jeden Fall nicht. Schon einmal, in den 80er Jahren, war er zehn Jahre lang im Vorstand der CDU auf Samtgemeindeebene tätig.
Er werde keine klassische Parteiarbeit ausüben, wohl aber die Ausrichtung der CDU bei Entscheidungen und Arbeitspapieren im Hinterkopf haben. "Antragsmäßig gibt es hier eine Menge an Baustellen", findet der Pohler". Bei der Durchsetzung von Anträgen werde nicht als "Bittsteller" in der Verwaltung auftreten. "Die Verwaltung ist der Dienstleister für die Bürger und die Politik, nicht umgekehrt". Als Beispiele für die "Problemzonen in der Samtgemeinde" nennt er das Baugebiet unterhalb des "Felsenkellers" in Lauenau. Er kritisiert den schleppenden Verkauf der Grundstücke und den unschönen Lärmschutzwall.
Auch die Brandruine an der Coppenbrügger Landstraße ist ihm schon lange ein Dorn im Auge. Man dürfe bei aller Euphorie für die umgestaltete Casala- Immobilie den alten Ortskern nicht vernachlässigen. Die Schließung von Geschäften in der Mitte des Fleckens bereite ihm Sorgen, fährt Schaper fort. Ein Profi müsse da ran, einer der sich in Sachen "Wirtschaftsförderung" auskennen würde.
Der 60-Jährige hat sich vorgenommen, in seiner Amtszeit kommunalpolitische Akzente zu setzen. Ziel sei natürlich auch, zu den Kommunalwahlen 2014 einen kompetenten CDU- Kandidaten präsentieren zu können sowie die Mehrheitsverhältnisse in der Samtgemeinde pro CDU zu verändern. Bis dahin wolle er mit seinem Team im CDU-Amtsverband sachlich und pragmatisch Kommunalpolitik betreiben. "Und dabei die Bürger mitnehmen und motivieren", ergänzt Schaper.
Heinrich Schaper ist seit 1972 in der CDU. Der Diplom-Verwaltungswirt ist Vorsitzender der Kommunalpoltischen Vereinigung Schaumburg (KPV) und Mitglied im Landesfachausschuss "Bildung" der CDU Niedersachsens. Foto:pd