HANNOVER (ro). Mit großem Jubel starten die Roten in den Wonnemonat Mai. Drei Fakten versetzen die Fans in totale Feierlaune: 2:0 beim VfL Bochum gewonnen - der erste Auswärtssieg seit über einem Jahr. Der Klassenerhalt ist damit schon fast gesichert.
Nationalkeeper Robert Enke krönte diesen herrlichen Freitagabend im Ruhrstadion mit einem Satz mitten in die Herzen der Fans: "Für die nächste Saison gehe ich davon aus, dass ich bei Hannover 96 auf dem Platz stehe.” Ein rosiger Hoffnungsschimmer, den Stellenwert für die Roten hatte Enke zuvor auf dem Platz eindrucksvoll mehrfach unterstrichen. In überragender Manier parierte Enke einige Bochumer-Top-Chancen in der zweiten Hälfte. Selbst Gästecoach Marcel Koller äußerte: "Das Anschlusstor zu erzielen ist nicht gelungen, weil Enke für mich überragend war. Er hat wirklich sehr gut gehalten.”
"Wir wollten die Entscheidung”, so 96-Trainer Dieter Hecking. "Das hat die Mannschaft in der ersten Halbzeit in beeindruckender Weise hinbekommen.” Sechzig Minuten hatten die Roten die Partie fest im Griff. Bereits in der 12. Minute durften die 96er jubeln. Jacek Krzynowek flankte butterweich in die Strafraummitte. Arnold Bruggink brauchte nur noch einzunicken. Die Führung gab Sicherheit. Unter der guten Regie von Bruggink kombinierten die Roten sehenswert. Der starke Krzynowek legte schlitzohrig für Hanke auf. Dessen Lupfer fand aber nicht den Weg ins Netz. Das 2:0 (32.) entsprang wieder einmal aus einer Standardsituation. Bruggink schnippelte einen Eckball auf das kurz Eck. Wuchtig war Hanno Balitsch zur Stelle und köpfte ein. Eine tolle Stajner-Szene hätte fast noch das 3:0 serviert, doch VfL-Keeper Fernandes parierte den Volleyschuss.
So ab der 6o. Minute kippte plötzlich das Spiel. Der VfL marschierte. Für Unruhe sorgte ein alten Bekannter. Ein Kopfball von Vahid Hashemian zwang Enke zur ersten Glanzparade. Einige folgten - mit den Fingerspitzen drehte der Nationaltorwart einige Bälle um den Pfosten, die ein Großteil der VfL-Fans schon in den Maschen gesehen hatte. Vor allen Dingen Azaouagh verzweifelte mit seinen Fernschüssen. Nicht nur das. Enke stauchte seine Vorderleute in akuten Minuten sinkender Konzentration lautstark zusammen. Offensiv war in diesen bangen Minuten eigentlich nur noch eine Szene durch die 96-Einwechselsspieler erwähnenswert: Gaetan Krebs flankte auf Jan Schlaudraff. Der Joker scheiterte mit einem pfiffigen Außenristschuss an VfL-Keeper Fernandez.
Mit Glück und Geschick retteten die Roten den Zwei-Tore-Vorsprung über die Zeit. Zehn Punkte Vorsprung zum Relegationsplatz sollten jetzt eigentlich den Klassenerhalt gesichert haben. Trainer Hecking zuversichtlich: ”35 Punkte, 18 Rückrundenpunkte - jetzt haben wir noch vier Spiele und in denen wollen wir noch möglichst viele Punkte einfahren, um dann unterm Strich doch einen guten Abschluss zu haben."