RINTELN (km). "2008 war ein bedeutendes Jahr in der Geschichte des Heimatbundes," stellte Vorsitzender Dr. Reinhard Kniewske jetzt bei der Jahreshauptversammlung des Vereins im Hotel "Stadt Kassel" fest: "Es war das 100. Jahr seines Bestehens, und wir haben dieses Jubiläum mit einigen Sonderveranstaltungen und -aktionen gefeiert."
Erfolgreiche Bilanz im Jubiläumsjahr: Heimatbund-Vorsitzender Dr. Reinhard Kniewske.
Auf 150 Veranstaltungen im vergangenen Jahr konnte Museumsleiter Dr. Stefan Meyer verweisen.
Rund 50 Mitglieder waren bei der Versammlung mit von der Partie.
Den Auftakt bildete am ersten März ein Konzertabend mit Werken des Rintelner Komponisten Adam Valentin Volckmar. Das "Arte-Ensemble" des NDR habe "mit musikalisch beeindruckender Einfühlsamkeit", so Kniewske, in die Zeit Volckmars zurückführen können.
Leider sei die CD mit den Kompositionen immer noch nicht fertig gestellt. Der NDR habe aber mitgeteilt, dass der Tonträger in den nächsten Wochen erscheinen werde.
Am 14. Juni fand im Rahmen eines Festaktes die offizielle Jubiläumsfeier im Ratskellersaal statt. Von Land und Stadt sowie der Schaumburger Landschaft habe der Heimatbund dabei viel Lob und Bestätigung erfahren. Die am selben Tag vorgestellte, 200 Seiten starke Festchronik, so Kniewske, biete einen lesenswerten Rückblick auf die Geschichte des Heimatbundes in seinem jeweiligen zeitlichen und thematischen Umfeld.
Begleitet wurde das 100-jährige Bestehen vom neunten Mai bis zum 22. Juni von einer von den Arbeitskreisen des Heimatbundes zusammengetragenen Ausstellung im Museum Eulenburg unter dem Thema "die Geschichte des Heimatbundes und des Museums".
Am 29. November endete das besondere Jahr mit dem Schaumburger Abend - wiederum im Ratskellersaal.
Der besondere Dank des Vorsitzenden galt einmal mehr dem Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer, die speziell im Jubiläumsjahr bei der Aufsicht im Museum, bei Führungen, beim Auf- und Abbau von Sonderausstellungen, in der Bibliothek, im Magazin sowie beim Schulprojekt besonders gefordert waren. 2030 Arbeitstunden seien insgesamt unentgeltlich geleistet worden. -
Die Statistik des Museums Eulenburg zeigte nach einem sehr erfolgreichen Jahr 2007 auch im vergangenen Jahr eine positive Entwicklung: Erneut konnte ein leichter Zuwachs der Besucherzahlen (um 1,6 Prozent auf 7678) verzeichnet werden.
Im Vorjahr waren es 7557. Die Entwicklung sei umso erstaunlicher, so Kniewske, wenn berücksichtigt werde, dass die Monate Mai und Juni nur eine schwache Besucherresonanz gebracht hätten. Grund sei die Ausstellung zum 100-jährigen Jubiläum, die in dem Zeitraum erwartungsgemäß keine zusätzliche überregionale Besucherschaft gebracht habe.
Die aktuelle Mitgliederzahl liegt derzeit bei 547. Im Jahr 2008 gab es 24 Neuaufnahmen, 2009 sind es bisher drei.
Dr. Reinhard Kniewske appellierte an die rund 50 anwesenden Mitglieder, sich weiterhin für die Gewinnung von weiteren Kandidaten einzusetzen. Die Berichte der mittlerweile neun Arbeitsgruppen belegten im Folgenden, wie agil sich der Heimatbund in den letzten Jahren entwickelt hat: Zu den aktivsten Heimatbündlern zählen weiterhin die Mitglieder des Arbeitskreises Denkmalschutz, die sich intensiv um den Erhalt der Rintelner Altstadt kümmern.
Um die noch älteren Dinge in Rinteln kümmert sich der Arbeitskreis Archäologie, den Dr. Stefan Meyer ins Leben gerufen hat. Besonderer Beliebtheit erfreut sich auch das von Ellen Genz geleitete "Erzählcafé", das einmal im Monat fast immer bis auf den letzten Platz besetzt ist.
Der Arbeitskreis Kulturlandschaft kümmert sich unter der Leitung von Alfred Schneider vor allem um Landschaftsschutz und Naturdenkmäler.
Für die Fahrtengruppe zeichnet Hilmar Göttlicher verantwortlich, für die Treffen der Freunde der plattdeutschen Sprache Friedrich Künneke.
Und schließlich berichtete Museumsleiter Dr. Stefan Meyer über den Betrieb in der Eulenburg, wo die meisten Aktivitäten des Heimatbundes stattfinden.
Zu den Highlights innerhalb der fünf Sonderausstellungen
zählte zuletzt die auch überregional viel beachtetete Präsentation der Dinosaurier - "die erstaunlichen Entdeckungen
des Bückeburgers Max Ballerstedt".
Erwähnung fanden außerdem vier Dia-Vorträge von Ingrid und Wolfgang Wrenger, 12 Erzählcafé-Termine, sechs heimatkundliche Ganz- und Halbtagesfahrten mit Führungen, 12 geführte Wanderungen in der Region, 18 Sitzungen des Arbeitskreises Denkmalschutz, acht Sitzungen des Arbeitskreises Kulturlandschaft, 12 Treffen der plattdeutschen Runde, zehn Sitzungen sowie fünf Exkursionen des neu gegründeten AK Archäologie und zahlreiche "museumspädagogische Maßnahmen" für Kinder. Insgesamt konnte Dr. Stefan Meyer auf 150 Veranstaltungen im Museum verweisen. Foto: km