RODENBERG (pd). Auch wenn man nicht zum gleichen Jahrgang wie Walter Münstermann gehört, sind die Erinnerungen aus seiner Heimatstadt Rodenberg fesselnd und anrührend zugleich. Seine mit großer Hingabe aufgeschriebenen Eindrücke und Anekdoten aus der Zeit des nationalsozialistischen Deutschlands, des Krieges und der ersten Anzeichen des "Wirtschaftswunders" machen das Buch zu einer sehr interessanten und lesenswerten Lektüre. Das Buch ist druckfrisch bei "Paper & Books" zum Preis von 19,90 Euro zu haben.
Obwohl mehr als 400 Seiten dick, nie langweilig: Die Kindheits- und Jugenderinnerungen von Walter Münstermann, jetzt druckfrisch bei Dagmar Kretschmer von "Paper & Books" zu haben.
Schon seit frühester Jugend hat Walter Münstermann Tagebuch geführt. Er beschreibt darin seine Familiegeschichte im Spiegel der damaligen Zeit, vor und während des Krieges und unter dem Einfluss des Regimes auf die damalige Jugend. Die vielen Details verleihen dem Buch Authentizität und Humor. Münstermann, der nach der Schule eine Lehre zum Industriekaufmann absolvierte, wurde zu Beginn der 60er Jahre Mitbegründer der Pelikan Werke in Mexiko und leitete das Unternehmen als Direktor bis in die 80er Jahre hinein. Während dieser Zeit verfasste er bereits Reiseberichte für die Rodenberger Tageszeitung und nach seiner Rückkehr nach Deutschland übernahm er 1987 die Redaktionsleitung des Schaumburger Wochenblattes. Bis zu seinem Tod schrieb er als freier Mitarbeiter zahlreiche Artikel über Rodenberg und Umgebung, leitete mehrere Volkshochschulkurse und erwarb sich aufgrund seiner umfangreichen Heimatkenntnisse große Anerkennung. Mit seinen "Rodenberger Erinnerungen" aus der Zeit von 1931 bis 1948 lebt sie wieder auf, die ihm eigene Art der Begeisterung fürs Geschichtenerzählen. Für Detailgenauigkeit und die notwendige Prise an Humor, auch wenn die Zeiten noch so schlecht waren. In dem Buch erzählt er von den Tanzschulzeiten unter der Leitung von Adele Sander, von den ersten zarten Liebesbanden, von der Schulzeit mit einer stattlichen Anzahl von kauzigen Lehrern. Münstermann beschreibt seine Kindheit in der Echternstraße mit den Stille-Brüdern als engste Vertraute und die mehr als karge Versorgungslage im Krieg. Eindrucksvoll, lebendig und treffend formuliert. Ein interessantes Werk nicht nur für Leser, die sich für Geschichte und Heimatkunde des Deistertals interessieren. Um das Buch einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren, veranstaltet Dagmar Kretschmer von "Paper & Books" am Sonnabend, 21. März, um 19.30 Uhr im "Hotel Stockholm" eine Lesung. Wer Auszüge aus den Erinnerungen von Walter Münstermann vorlesen wird, steht bislang noch nicht fest. Foto:pd