1. Rinteln nimmt locker die Hürde der Qualitätsoffensive

    Theoretisch ist jetzt jeder Sonntag "verkaufsoffen"

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    RINTELN (ste). Akribisch hat das Land Niedersachsen nach einem Antrag der Stadt Rinteln auf Anerkennung als "Auflugsort" das touristische Angebot, die gastronomische Leistungsfähigkeit und die Übernachtungszahlen der Stadt im Vergleich zu den Einwohnerzahlen geprüft und im Anschluss daran festgestellt: Rinteln erfüllt alle geforderten Voraussetzungen der Qualitätsoffensive "Anerkannter Ausflugsort!" Sebastian Wolters als stellvertretender Leiter der Regierungsvertretung Hannover im Innenministerium brachte das Zertifikat eigenständig ins Rintelner Rathaus und überreichte die begehrte Urkunde an Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz.

    Die alte Zertifizierung, die im April 2010 für alle zertifizierten Städte und Regionen ausläuft, war eher inflationär verliehen worden. Rinteln punktet touristisch vor allem mit dem Doktorsee, dem Steinzeichen in Steinbergen, dem Weserangerbad sowie seiner excellenten Altstadt. Für diese klar definierten Bereiche hat das Zertifikat auch eine herausgehobene wirtschaftliche Bedeutung: "Theoretisch könnte der Einzelhandel mit einem für Touristen maßgeschneiderten Angebot jetzt an jedem Sonntag geöffnet haben", so Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder. Doch in enger Abstimmung des Stadtmarketingvereins Pro Rinteln und der Stadt haben die Einzelhändler mit entsprechendem Sortiment entschieden, dass man verkaufsoffene Sonntage an publikumswirksame Veranstaltungen in der Stadt koppeln wolle.

    Ganz im Sinne der Verwaltung, die darauf hinwies, dass man eine solche Zertifizierung, sollte sie zu einer massiven Fehlentwicklung zu Lasten des Schutzes von Sonn- und Feiertagen führen, auch per Antrag wieder aufheben könne. Einbezogen in die Gespräche waren auch die Gewerkschaft Ver.di und die Rintelner Kirchen. Rinteln positioniert sich touristisch in der Kooperation mit Hess. Oldendorf, Aerzen und dem Auetal auf der Weserbergland-Schiene. Eines der vier großen touristischen Zugpferde Niedersachsens, neben dem Harz, der Nordsee und der Lüneburger Heide.

    Foto: privat

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