1. Der Rat wartet auf Vorlage eines Nutzungskonzepts

    "Wir, für soziale Gerechtigkeit" stellt Antrag/ Politik zeigt Interesse am Thema

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    SAMTGEMEINDE LINDHORST. Das Thema "Bereitstellung eines Jugendraumes" sei eigentlich kein vordergründiges Thema für den Rat der Samtgemeinde Lindhorst, meinte SPD-Fraktionssprecher Heinz-Dieter Lauenstein auf der jüngsten Sitzung des Gremiums. Trotzdem räumten die Ratsvertreter von SPD,CDU sowie von Die Grünen/Bündnis 90 und der WGS der Thematik breiten Raum ein. Die Initiative "Wir, für soziale Gerechtigkeit" hatte dem kommunalen Parlament den Antrag vorgelegt und dieses hatte sich Andreas Woitke vom in Lindhorst ansässigen NiKo-Projekt (Niedersächsische Kooperations- und Bildungsprojekte an schulischen Standorten) als Informanten eingeladen.

    Nicht geeignet: das alte Sportheim an der Lüdersfelder Straße.

    Woitke machte deutlich, dass die Realisierung eines solchen Vorhabens unbedingt eine feste Trägerschaft und eine solide Finanzierung verlange sowie über ein schlüssiges pädagogisches Konzept verfügen müsse. Auch müsse vorab unbedingt die Frage nach der Zielgruppe, die angesprochen werden soll, geklärt sein. Woitke verwies Woitke auf das Rodenberger Modell als einen möglichen Entwurf. Dort ist in der ehemaligen Hausmeister Wohnung ein von Fachkräften betreuter Jugendsozialbereich vorhanden, der nachmittags als "offener Tür" - Bereich gefahren werde, wo neben einer Hausaufgabenhilfe auch Unterhaltungsangebote vorzufinden seien. Woitke regte an, die demnächst an der Grundschule Lindhorst frei werdende Hausmeisterwohnung ebenfalls für solch eine Nutzung vorzusehen, ein Vorschlag, der von Heinz-Dieter Lauenstein als "bestechend" bezeichnet wurde. Samtgemeindebürgermeister Gerhard Busche machte jedoch darauf aufmerksam, dass die Grundschule hier mittlerweile eigene Ansprüche angemeldet habe. Woitke stellte klar, dass die NiKo-Arbeit so genannte Elternarbeit sei und eine offene Jugendarbeit mit NiKo nicht machbar sei. Unbedingt müsse bei der Einrichtung eines Jugendraumes für eine entsprechende Betreuung durch eine oder mehrere Fachkräfte gesorgt werden, möglicherweise ergänzt durch ehrenamtliche Tätigkeit. Der Referent wies darauf hin, dass die Jugendarbeit der am Ort ansässigen Vereine nicht unbedingt die jungen Leute erreiche: "Es gibt Jugendliche, die nie in Vereine gehen."

    In der Aussprache, die sich um die vielen offenen Fragen wie Finanzierung, mögliche Einbeziehung der Vereine, die konzeptionelle Ausgestaltung und die Raumfrage drehte, erteilte Woitke der Überlegung, das alte Sportheim an der Lüdersfelder Straße zu nutzen, eine klare Absage: "Viel zu hohe Energiekosten, kein Platz - ungeeignet."

    Gerhard Busche verwies auf vorhandene Jugendraum-Beispiele in der Gemeinde Niedernwöhren, im Auetal und in Sachsenhagen. Dort sind Träger, Kosten und eingebundenes Personal von Ort zu Ort verschieden.

    Der Ratsvorsitzende Burkhard Pieper vermisste bei dem vorgelegten Antrag ein schlüssiges Konzept zur Umsetzung. Einstimmig setzte der Rat das Thema von der Tagesordnung ab und forderte den Antragsteller, die Initiative "Wir, für soziale Gerechtigkeit" auf, ein Konzept vorzulegen. Auf dessen Grundlage soll dann weiter beraten und eventuell auch beschlossen werden. Foto: privat

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