SAMTGEMEINDE RODENBERG (al). Für den Bereich der Samtgemeinde Rodenberg könnte sich die Mädchen- und Frauenberatungsstelle im Landkreis Schaumburg ("Basta") künftig sechs Einzelanträge zugunsten ihrer jährlichen Zuschussbitte ersparen. Bisher wurden alle Gemeinden separat um eine Beihilfe je nach Einwohnerzahl gebeten. Der Rat der Gemeinde Messenkamp hat jetzt angeregt, "Basta" zentral von der Samtgemeindeebene zu fördern.
Auf 27 Cent pro Einwohner möchten die Verantwortlichen im Frauenzentrum den Pro-Kopf-Beitrag erhöht wissen. Damit könnten sich weitere 30 Stunden für eine Mitarbeiterin finanzieren lassen, weil die gegenwärtig 1,21 Personalstellen zu wenig für den steigenden Beratungsaufwand sind. Gerade bei betroffenen Mädchen und Frauen, die Gewalt in Form unterschiedlicher Straftaten erlitten haben, müsse eine zeitnahe Unterstützung erfolgen. "Wir halten diese Organisation für sehr wichtig", meldete sich Udo Meyer für die CDU-Fraktion zu Wort, "doch warum können die Kosten nicht direkt vom Landkreis oder wenigstens zentral von der Samtgemeinde getragen werden". So entstehe ein hoher Aufwand, wenn jede Kommune separat entscheiden müsse. Für die SPD stand die Unterstützung außer Frage. "Wir reden hier über 224 Euro", hatte Hans-Jürgen Müller nachgerechnet und verwies auf die Anlage zum Antrag, in der für einen Zeitraum von nur zwei Wochen aus dem Frühjahr 2008 26 anonymisierte Beratungen unter anderem nach häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch von Kidnern, Vergewaltigung, Sorgerechtsfragen, Kinderprostitution, Trennung der Eltern und Essstörungen aufgelistet waren. Müllers Resümee: "Wir sollten zustimmen, aber künftig bündeln." Gemeindedirektor Uwe Heilmann griff Meyers Vorschlag auf und berichtete aus den Beratungen der übrigen Mitgliedsgemeinden, die den von "Basta" vorgeschlagenen Betrag nicht hundertprozentig zahlen würden. Zugleich hielt er die Idee für sinnvoll, über den Zuschuss zentral zu entscheiden: "Ich werde das dem Samtgemeindeausschuss für 2010 vorschlagen." Durch die jährliche Samtgemeindeumlage seien alle Gemeinden daran beteiligt. Der Rat bewilligte fast einstimmig für 2009 den Betrag von hundert Euro. Dass er sich enthalten würde, begründete Ratsherr Karl Minne Braaksma (SPD) mit einem Hinweis auf seine Tätigkeit als Rechtsanwalt: Er habe generell ein Problem, Institutionen zu unterstützen, die seiner Berufsgruppe das Geschäft streitig machen würden.