LANDKREIS (km). Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen, Ursula Helmhold, hat die Haltung der Landesregierung in der Auseinandersetzung über die Milchpreise scharf kritisiert. Es sei empörend, heißt es in einer Pressemitteilung, dass ausgerechnet Agrarminister Ehlen im Bundesrat gegen die Versprechungen des Milchgipfels und gegen die Interessen der heimischen Milchbauern gestimmt habe.
"Die Aufforderung der Landesregierung, bei Preisverfall einfach mehr zu produzieren, wird Tausende Milchviehhalter in Niedersachsen in den Ruin treiben," prophezeite so die Schaumburger Abgeordnete.
Gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) streiten die Grünen für existenzsichernde Milchpreise von mindestens 40 Cent pro Liter durch Begrenzung der Milchmenge. Nur so seien Qualität, Ökologie und bäuerliche Produktion in Niedersachsen weiterhin möglich.
Dazu Ursula Helmhold wörtlich: "Die von der Landesregierung unterstützte Erhöhung der Milchquote um fünf Prozent sorgt hingegen für weiteren Preisverfall und nutzt allein den Interessen der Milchindustrie, die den Bauern die Preise diktieren kann." Die Abgeordnete sieht auch die Verbraucher auf der Seite der Unterstützer eines fairen Milchpreises. Nach einer aktuellen Umfrage seien 76 Prozent der Bundesbürger für eine Begrenzung der Milchmenge auf den heimischen Bedarf und für höhere Erzeugerpreise für die Bauern.
Mit einem Entschließungsantrag im Landtag wollen die Grünen jetzt erreichen, dass sich die Landesregierung für eine Begrenzung der Milchmenge, gegen Exportsubventionen und für eine bessere Kennzeichnung von nachhaltig produzierten Milchprodukten stark macht.