1. Sprachförderung muss in den Kindergärten beginnen

    Immer mehr Kinder haben Defizite in der deutschen Sprache

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    AUETAL (tt). "Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel des Menschen. Durch Sprache drücken wir unsere Gefühle und Gedanken aus und teilen anderen Bedürfnisse und Wünsche mit. Sprache befähigt uns, Zusammenhänge zu verstehen und daraufhin zu handeln. Um in der heutigen Gesellschaft integriert und akzeptiert zu werden und somit an ihr teilhaben zu können, ist die deutsche Sprache eine unerlässliche Voraussetzung", so die pädagogische Fachkraft in der Kindertagesstätte in Rehren, Monika Westphal, die seit dem 1. August Sprachföderungskurse im Kindergarten durchführt. In den Kindergärten nimmt die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund stetig zu. Dabei kristallisiert sich heraus, dass immer mehr dieser Kinder Defizite in der deutschen Sprache aufweisen und dadurch oft um eine gute Schul- und Bildungslaufbahn gebracht werden. Allerdings tritt diese Problematik nicht nur bei Kindern auf, deren Familien nicht deutsch als Erstsprache sprechen, sondern vermehrt auch bei Kindern aus benachteiligten Bevölkerungsschichten, weil es nicht mehr allen Eltern möglich ist, ihren Kindern Sprachanlässe zu schaffen. Mit zusätzlichen Sprachfördermaßnahmen im letzten Jahr vor der Einschulung sollen Zurückstellungen vom Schulbesuch und eine Benachteiligung schon am Schulanfang vermieden werden. Da entscheidende Phasen der Entwicklung im Kindergartenalter von drei bis sechs Jahren stattfinden, muss eine Sprachförderung im Kindergarten angeboten werden. "Allerdings ist es nicht möglich, dass alle Erzieher Sprachförderung betreiben. Die Kinder erweitern auch im normalen Alltag ihre Sprach- und Sprechkompetenzen, jedoch haben Erzieher zu viele Aufgaben, um sich speziell um Kinder zu kümmern, die keine altersentsprechende Sprachentwicklung aufweisen können", so Monika Westphal, die aus diesem Grund in der Gemeinde Auetal für die Sprachförderung geschult ist. Nach den Richtlinien sollen Kinder aus Familien nicht deutscher Herkunft- d.h. die Erstsprache in der Familie ist nicht deutsch- aber auch Kinder aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen gefördert werden. Kinder, die sich ein Jahr vor dem Schuleintritt befinden, erhalten keine Sprachförderung mehr, weil dann nach dem Niedersächsischen Schulgesetz die Schulen verpflichtet sind, diese Kinder zu fördern. Zurzeit erhalten neun Kinder mit Migrationshintergrund, deren Erstsprache dementsprechend nicht die deutsche Sprache ist, Sprachförderung. Die Kinder werden durch eine Kleingruppenaufteilung von zwei bis vier Kindern jeden Tag für etwas mehr als 15 Minuten gefördert. "Um aber eine effektive Förderung der Kinder zu gewährleisten- also nicht den "Stoff" durchzuziehen, gehe ich auf das Lerntempo des jeweiligen Kindes ein. Dadurch ist es nicht möglich, jedes Kind bis zur letzten Stufe zu fördern", so die Pädagogin, die versucht, auf die täglichen Situationen und Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Sie integriert das, was sie erleben oder was sie beschäftigt, in die Sprachförderung. Monika Westphal bedauert allerdings, dass einige Kinder, die vor der Einschulung stehen, immer wieder durch das "Raster" fallen und eine notwendige weitere Sprachförderung in der Schule nicht mehr erhalten. "Durch die Förderung machen die Kinder in ihrer Entwicklung aber einen enormen Schritt nach vorne und schaffen sich Grundlagen für eine gute Zukunft", so Monika Westphal weiter, die der Meinung ist, dass in Zukunft die Sprachförderung eine noch größere Bedeutung gewinnen wird, denn nicht nur Migrantenkinder, sondern auch immer mehr deutsche Kinder benötigen eine qualitativ gute Sprachförderung.

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