RODENBERG (pd). Sie verhehlt gleich zu Beginn des Gespräches nicht, dass die guten Erfahrungen aus der kirchlichen Jugendarbeit in ihrem Heimatort mit dazu geführt haben, dass sie heute den Beruf der Diakonin ausübt. Carina Sittig hat mit Beginn des neuen Jahres ihre Arbeit im Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg aufgenommen und wird die nächsten fünf Jahre hauptsächlich damit beschäftigt sein, die Jugendarbeit zwischen den Gemeinden stärker zu vernetzen. Am 1. Februar wird sie in Rodenberg in der St. Jacobi- Kirche in einem Gottesdienst feierlich eingesegnet.
Am 1. Februar wird die neue Diakonin für den Kirchenkreis Nord, Carina Sittig, um 16 Uhr in einem Gottesdienst offiziell eingesegnet.
Ihre Stelle wird vom Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg und der Landeskirche finanziert. Die Landeskirche hatte ein Förderprogramm für Diplom-Religionspädagogen und/oder Sozialpädagogen aufgelegt, das den Berufsanfängern beim Einstieg in eine Tätigkeit unterstützen soll. Aus diesem Fördertopf wird auch die volle Stelle von Carina Sittig für die Dauer von fünf Jahren mitfinanziert. Die 27-Jährige ist in Sievershausen im Landkreis Northeim aufgewachsen. Ein Studium der Theologie in Marburg hat sie abgebrochen, entschied sich dann aufgrund ihrer positiven Erfahrungen in der "eigenen" Kirche ihrer Heimatgemeinde lieber für das Doppelstudium Sozialpädagogik und Religionspädagogik in Hannover. Nach acht Semestern folgten weitere Semester für die Erlangung der Diplome in beiden Berufsfeldern. Im Sommer 2007 war die "Lernzeit" beendet, dann absolvierte sie die vorgeschriebenen Praktika. Ein halbes Jahr war Carina Sittig in der St. Jacobi Gemeinde tätig, ein Jahr lang arbeitete sie als Sozialpädagogin in einem "Tagestreff für Wohnungslose". Mit dem Förderprogramm von Landeskirche und Kirchenkreis bot sich für die Berufseinsteigerin die Chance, eine Stelle als Diakonin zu besetzen. Viel Fürsprache erhielt sie dabei unter anderem von Diakonin Martina Brose, die sie aus der Zeit ihres Praktikums her kannte und mit der sie auch in den nächsten fünf Jahren eng zusammen arbeiten wird.
Jetzt möchte Carina Sittig "Moderieren und motivieren" und hat dabei besonders die Jugendarbeit im Visier. Sie möchte die Arbeit mit Konfirmanden intensivieren, die Zusammenarbeit mit den Schulen im Nordkreis aktivieren und grundsätzlich herausfinden, "wo kirchliche Jugendarbeit überhaupt hingeht". Aktuell ist sie damit beschäftigt, einen ersten "Jugendkonvent" für die Region vorzubereiten. Sie möchte andere junge Menschen dazu einladen, in einer Art "Zukunftswerkstatt" mitzuwirken. Dabei seien "Experimente im geschützten Raum" grundsätzlich möglich. Die junge Frau sieht ihre Tätigkeit auch als Verpflichtung zur Wahrung der eigenen Werte und Ziele. "Sie müssen es mir auch abnehmen", erklärt Carina Sittig.
Bei allen Plänen und Ideen, die sie derzeit in ihrem kleinen Büro im Kantorhaus an der Grover Straße in Rodenberg entwickelt, verstellt sie nicht den Blick für die aktuelle Situation von Kirche, die sich in Konkurrenz mit Angeboten für Jugendliche in den Vereinen befindet. Die Zeitfenster, in denen die Konfirmandenstunden abgehalten werden können, sind heute enger bemessen denn je. Ganztagsschule und ein vielfältiges Freizeitangebot sieht die Diakonin als besondere Herausforderung für ihre Arbeit, die auf jeden Fall "nachhaltig" sein müsse. Foto:pd