LINDHORST. Vier Jahre ist es her, dass die Mitgliederversammlung des TUS Jahn Lindhorst die Beiträge erhöht hat. Jetzt zwang ein Fehlbetrag in Höhe von rund 6.500 Euro den Vereinsvorstand, die Jahreshauptversammlung zu bitten, die Beiträge wieder einmal moderat anzuheben. Die Beitragserhöhung zum 1. Juli wird nach Angaben des 2. Vorsitzende Harald Gaus wird helfen, diesen Fehlbetrag, zu dem bisher unbezahlte Rechnungen und ein nur halb gefüllter Öltank beitragen, auszugleichen. Die 43 im Sportheim anwesenden Mitglieder stimmten mit großer Mehrheit bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen dem Antrag des Vorstandes zu. Hauptkassenwart Michael Pusch wies bei seinem Rechenschaftsbericht zudem darauf hin, dass der Verein im letzten Jahr deutlich mehr Geld für eine steigende Zahl von lizenzierten Übungsleitern ausgegeben hat. "Eine Entwicklung, die wir so wollen", verdeutlichte Pusch.
Seit achtzig Jahren gehört Ernst Thürnau dem TUS Jahn Lindhorst an, der vor 99 Jahren gegründet wurde.
Seit 25 Jahren dabei: Marita Dietrich (li.), Ulrich Jerchel und Cornelia Tatge.
Zu Beginn der Versammlung nahm Harald Gaus, er leitete die Zusammenkunft für den erkrankten Vorsitzenden Helmut Kramer, in Anwesenheit des Ehrenvorsitzenden Willi Hämker eine wahrlich seltene Ehrung vor. Ernst Thürnau war im knabenhaften Alter von acht Jahren vor acht Jahrzehnten dem Sportverein beigetreten. Gaus überreichte als Dank für die dem Verein in all den Jahren erwiesene Treue Geschenke, verbunden mit den besten Wünschen. Marita Dietrich, Ulrich Jerchel und Cornelia Tatge gehören dem TUS Jahn seit 25 Jahren an. Auch ihnen sprach Gaus seinen Dank für die bereits ein Vierteljahrhundert währende Mitgliedschaft aus.
Im nächsten Jahr begeht der TUS Jahn sein 100-jähriges Vereinsjubiläum. Aus diesem Grunde wurden zwei Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit der Erstellung einer Chronik sowie mit der Planung und Durchführung der Feierlichkeiten beschäftigen. Darauf wies der Vorsitzende Helmut Kramer in seinem Bericht hin, der von Harald Gaus verlesen wurde.
Die Jugendarbeit des 978 Mitglieder (2007: 988) zählenden Vereins wurde im letzten Jahr deutlich intensiviert. Dazu tragen drei Übungsleiter bei, die ihre Ausbildung abschlossen. Dieses Jahr soll die Kooperation mit den Schulen und Kindergärten weiter ausgebaut werden. Ein Stein des Anstoßes ist für Kramer die 2.600 Euro teure Hallennutzungsgebühr - trotz der Unterstützung durch die Gemeinde Lindhorst. Kramer forderte erneut ihre Abschaffung.
Im abgelaufenen Jahr haben die Sportler kräftig investiert - auch mit Hilfe eines zuvor aufgenommenen Kredits in Höhe von 28.000 Euro, den sie mittlerweile aber schon wieder kräftig tilgen. Investiert wurde in eine 12.500 Euro teure neue Heizung. Die vorgenommene Überdachung am Sportheim schlug mit 5.600 Euro zu Buche und für die Sanierung des Flutlichts mussten 1.800 Euro ausgegeben werden. Im Jahr zuvor waren bereits ein Rasenmäher (6.000 Euro) und eine Anzeigentafel (3.000) beschafft worden. "Ich sehe mich nicht als Bauunterhalter der Gemeinde Lindhorst", kommentierte Kramer die vom Verein vorgenommene Pflege der gemeindeeigenen Sportanlagen. Dafür wird den Sportlern ein fester Betrag zur Verfügung gestellt.
Um das Geld der Pflegepauschale umzusetzen, ist nach Aussage Kramers aber ein sehr hoher Personalaufwand notwendig. Wie sehr sich die Mitglieder für ihren TUS Jahn einsetzen, zeigt die Bilanz zweier Arbeitseinsätze. Dabei kamen rund 100 Stunden zusammen. Weitere 600 Stunden können Christian Rolke und Peter Büchner auf ihrem Konto ehrenamtlich erbrachter Arbeit verbuchen. Die beiden sorgten dafür, dass Aschenbahn und Plätze problemlos nutzbar waren.
Über das sportliche Geschehen im Verein gaben die der Versammlung vorliegenden Rechenschaftsberichte der Spartenleiter Auskunft. Helmut Kramer verriet, dass drei seiner sportlichen Wünsche im letzten Jahr nicht in Erfüllung gingen. Entgegen seiner Hoffnung mussten die 1. Herrenmannschaften im Fußball, Basketball und im Tischtennis Abstiege aus ihren jeweiligen Spielklassen hinnehmen. Foto: privat