BAD NENNDORF (pd). Das Interesse der Bevölkerung an der Sanierung des Innenstadtbereichs von Bad Nenndorf ist offensichtlich groß. Die ausdrücklich gewünschte Mitarbeit von Bürgern an der Gestaltung eines Rahmenplanes geht mit Bildung von vier Arbeitsgruppen jetzt in die nächste Phase. Zur Bürgerversammlung im Vereinsheim konnte Stadtdirektor Bernd Reese gut 90 interessierte Zuhörer begrüßen.
Groß ist das Interesse am Thema "Innenstadtsanierung". Mehr als 90 Zuhörer finden sich im Vereinsheim ein.
Nach der Versammlung tragen sich zahlreiche Zuhörer in die ausgelegten Listen ein, um damit ihre Mitarbeit in den vier Arbeitsgruppen festzuschreiben.
"Die Begleitung durch die Öffentlichkeit ist ein wichtiger Bestandteil des Projektes", unterstrich Reese ausdrücklich zu Beginn einer kurzen Einführungsrede. Der Rat der Stadt hat im Juni 2008 das Sanierungsgebiet "Bad Nenndorf Stadtzentrum" mit den bekannten Abgrenzungen förmlich festgelegt.
Der nächste Schritt ist jetzt die Aufstellung eines "Städtebaulichen Rahmenplanes". Darin sollen die Ziele aus den Vorbereitenden Untersuchungen für das Zentrum konkretisiert und in den Folgejahren festgeschrieben werden. Dabei ist die Mitarbeit der Bürger gefragt, vor allem von denjenigen, die als Bewohner des Sanierungsgebietes von Planungsvorhaben unmittelbar betroffen sein werden.
Wie Bauamtsleiter Kampen weiter ausführte, wird sich das Verfahren über die nächsten zwölf Jahre hinziehen, wobei acht Jahre lang Fördergelder fließen werden. "Städtebauliche Missstände" im Innenstadtbereich sollen durch gezielte Maßnahmen beseitigt werden. Die Aufnahme in das Förderprogramm gebe eine "Legitimation zum Handeln". Der aufzustellende Rahmenplan beschreibt die Ziele der städtebaulichen Entwicklung von Bad Nenndorf für die nächsten Jahre. Er soll die Aspekte der künftigen Nutzung, der verkehrlichen Entwicklung und der gestalterischen Absichten im Zuge der Innenstadterneuerung zusammenfassen.
Die in Arbeitsgruppen ermittelten Zielvorschläge sollen unter der Führung des beauftragten Sanierungsträgers BauBecon aus Bremen in das Gesamtkonzept einfließen. Kurz ging Gerhard Kohle von der BauBecon auf Eckpunkte des Sanierungsverfahren ein, was vor allem für Grundstückseigentümer im abgesteckten Sanierungsgebiet von Interesse war. Planerin Simone Strohmeier aus Celle sprach die Hoffnung aus, die inhaltlichen Beratungen über den Rahmenplan im Sommer dieses Jahres abschließen zu können. "Ich möchte sie alle mit ins Boot nehmen", so ihr Appell und sie machte auch deutlich, dass "die Dinge noch nicht abgeschlossen" wären. Jetzt gehe es darum, konkreter zu werden.
Die Stärkung der Funktion Bad Nenndorfs als Kurort, die Entwicklung eines Stadtkerns, Verkehrsberuhigung, gestalterische Veränderungen im öffentlichen Raum, mehr Aufenthaltsqualität, die Stärkung des Einzelhandels und die Entwicklung eines Rundwegesystems sieht die Planerin als wichtige Maßnahmen an. Ziel müsse sein, "ein Herz für die Stadt zu schaffen".
In der sich anschließenden Diskussion kamen zunächst Fragen aus dem Plenum zum geplanten Parkhaus, zur Zukunft des Kurhauses oder des ehemaligen Plus-Gebäudes in der Kurhausstraße. Der Leiter des Bauausschusses der Stadt, Herbert Kruppa, und der Stadtdirektor luden herzlich dazu ein, die öffentlichen Bauausschuss-Sitzungen zu besuchen, um sich auf den aktuellen Planungsstand zu bringen.
Norbert Rob Schittek wünschte sich einen "Anwaltsplaner", der die Planungschiffres in eine für alle verständliche Sprache umwandeln solle.
Die Kommunikation müsse für alle verständlich sein, Transparenz sei wichtig. Die Forderung nach einem "Übersetzer" wurde von den beiden Vertretern der BauBecon zurückgewiesen. In den von ihnen als Sanierungsträger betreuten 80 Städten habe es bislang keine Beschwerden in Bezug auf unverständliche Pläne gegeben. Reese ergänzte, dass das persönliche Gespräch wichtig sei, um Prozesse offen zu legen. "Wir müssen alle Bad Nenndorfer hinter die Entscheidungen bringen", so seine Vorstellung.
Henning Dormann würde sich wünschen, dass die Ratsvertreter "ihr Mandat auch mal ausschalten und die Bürger ernst nehmen würden". Er warnte vor "Beratungsresistenz" im Stadtrat. Ratsherr Frank Steen von der Wählergemeinschaft sicherte den Bürgern "konstruktive Beratungen" zu.
Vier Arbeitsgruppen konnten an diesem Abend gebildet werden. Sie besetzen die Themenfelder "Nutzung und Soziales", "Verkehr", "Grün und Freiräume", "Gestaltung und Stadtbild". Simone Strohmeier gab auch gleich die Termine der Treffen im Februar bekannt. Am 3., 5., 10. und 12. Februar sollen die Gruppen jeweils um 19 Uhr in noch zu bestimmenden Räumlichkeiten zusammenkommen.
In einer Broschüre, die im Rathaus der Stadt zu haben ist, sind Informationen über das Thema zusammengefasst worden. Außerdem können detaillierte Angaben über das einleitende Verfahren auf der Homepage der Stadt angeklickt und heruntergeladen werden.
Foto: pd