EXTERTAL (km). Die Wirtschaft in Lippe befindet sich eigentlich in guter Verfassung. Bei den meisten Unternehmen sind die Auftragsbücher gut gefüllt. Allerdings hat die Konjunktur einen Gang zurück geschaltet: In den letzten Wochen hat sich in Folge der Finanzkrise die Stimmung eingetrübt, wie eine aktuelle Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer Lippe ergeben hat.
Von der guten wirtschaftlichen Entwicklung in der Vergangenheit seien positive Impulse für die Lage auf dem Arbeitsmarkt ausgegangen, heißt es in einer Presse-Information.
Die gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften stoße zwischenzeitlich an Grenzen mit der Folge, dass mehr als ein Viertel der lippischen Unternehmen nach der aktuellen IHK-Umfrage offene Stellen nicht besetzen könne: Die betroffenen Unternehmen sehen sich mit einem zunehmenden Fachkräftemangel konfrontiert. -
Am dringendsten werden Ingenieure gesucht, vor allem in der Industrie, speziell in der Elektroindustrie. Daneben fehlen aber auch vermehrt Kaufleute, dies speziell im Dienstleistungsbereich und im Handel gesucht werden. In den Bereichen IT- und Service indessen ist der Fachkräftemangel offenbar in allen Bereichen stark rückläufig.
Vier von zehn Unternehmen suchen Arbeitskräfte mit einer abgeschlossenen, dualen Berufsausbildung. Ähnlich groß ist die Nachfrage nach dem Abschluss "Bachelor", dicht gefolgt vom Fachwirt und der Qualifikation "Master".
Offene Stellen werden mit überwiegender Mehrheit aus Inseraten in Zeitungen oder Fachzeitschriften besetzt. Jeder zweite suchende Betrieb schaltet die Agentur für Arbeit oder private Arbeitsvermittler ein. Ein Viertel nutzt den virtuellen Arbeitsmarkt sowie Jobportale im Internet.
Die Unternehmen wollen nach Angaben der IHK zur Beseitigung des Fachkräftemangels verstärkt in zusätzliche Ausbildungsstellen investieren. Einen ähnlichen Stellenwert habe die vermehrte Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter. Rationalisierung als Ausweg sei vor allem im Handel und im Dienstleistungsbereich ein Thema. Eine weitere Möglichkeit, den Fachkräftemangel zu entschärfen, sei die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
"Speziell das Verkehrsgewerbe und Versicherungen," so die IHK, "sehen hier Möglichkeiten zusätzliche Fachkräfte zu gewinnen. Während in der Industrie die Einstellung älterer Arbeitnehmer von untergeordneter Bedeutung ist, gewinnt dieses Instrument im Dienstleistungsbereich zunehmend an Bedeutung.
Nur eine kleine Minderheit überlegt die Einstellung ausländischer Fachkräfte. Dies dürfte zum einen an den einschränkenden Regelungen zur Beschäftigung von Ausländern in Deutschland liegen, zum anderen aber auch in Sprachproblemen begründet sein."