1. Der FC St. Pauli zaubert Tore und holt sich den begehrten Weserspucker-Pokal

    Trainer-Legende Rudi Gutendorf zeigt sich von dem Turnier in der Kampa Halle sehr angetan / Mehr als 3000 Besucher sehen das Turnier

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    MINDEN. Den mehr als 3000 Besuchern bei der 24. Auflage des Hallenfußball-Turniers für Traditionsmannschaften um den "Weserspucker-Pokal" wurde in der Mindener Kampa-Halle von den ehemaligen Fußball-Profis wieder erfrischender Fußball mit allen Tricks und Raffinessen geboten.

    In einem spannenden und atemberaubenden Finale legte der FC St. Pauli einen rasanten Endspurt hin und besiegte Borussia Dortmund mit 5:4 Toren. Für die Schwarz-Gelben, die mit Treffern von Fredi Bobic (2), Jörg Heinrich und Michael Lusch noch kurz vor Ende mit 4:3 geführt haben, schien die Partie bereits gelaufen. Es waren noch 27 Sekunden zu spielen, als Christian Springer wie "Phönix aus der Asche" vor dem Dortmunder Gehäuse auftauchte und mit einem Flachschuss den Ausgleich zum 4:4 erzielte. Die Halle bebte nach diesem Treffer, denn die Zuschauer hatten sich bereits auf das Neunmeter-Schießen eingestellt. Kaum hatte Schiedsrichter Bernd Heynemann den Ball zum Anstoß freigegeben, es blieben noch drei Sekunden, der Ball kam wiederum zu Christian Springer.

    Blitzschnell und ohne zögern nahm er die Kugel und schob sie an Borussen-Torhüter Jörg Kühl vorbei ins Netz zum 5:4-Siegtreffer. Grenzenloser Jubel bei den Spielern vom Hamburger Millerntor, Enttäuschung bei Borussia Dortmund und den vielen Anhängern. "Es ist die Mentalität des FC St. Pauli, niemals aufzustecken", meinte Matchwinner Christian Springer.

    Überrascht von dieser enormen Leistung waren auch RTL-Kommentator Ulli Potofski und seine beiden Co- Moderatoren Eckhard Friebel und Helmut Machule. Der FC St. Pauli entführte somit nach 1999 zum zweiten Mal die begehrte Trophäe von der Weser an die Elbe. Der hoch favorisierte TSV 1860 München als Pokalverteidiger unterlag im Halbfinale Borussia Dortmund mit 1:3 Toren. Eine hervorragende Leistung bot wiederum das gastgebende "Weserspucker-Team". Als Gruppenerster standen sie im Halbfinale dem FC St. Pauli gegenüber und unterlagen nach einer guten Leistung knapp mit 3:4- Toren. Im Neunmeter-Schießen um Platz 3 musste sich das heimische Team um Trainer Fritz Möhlmann den Münchenern mit 1:3-Toren beugen. Vorzeitig aus dem Turnier schieden der FC Schalke 04, Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Nürnberg und der SV Werder Bremen. Große und spektakuläre Auftritte lieferten ebenfalls die Cheerleader "Flying Devils" vor den Halbfinal-Spielen und vor dem Finale.

    Moderator Machule hatte dann die ehrenvolle Aufgabe einen Trainer vorzustellen, der es in seiner Laufbahn auf über 50 Trainerstationen weltweit gebracht hat. In seiner Laudatio würdigte er die Verdienste von Trainerlegende Rudi Gutendorf. Der 82-jährige Fußballmissionar im Trainingsanzug erhielt seine Trainerlizenz im Weltmeisterschaftsjahr 1954 aus den Händen von Sepp Herberger. Unzählige Vereine von der Kreisklasse bis zur Bundesliga trainierte er in Deutschland. Als Entwicklungshelfer war er Nationaltrainer Australiens, Bolivien, Chile Trinidat, Tonga und auch in China. Er war auf allen fünf Kontinenten zu Hause und leistete Entwicklungshilfe in 30 Ländern der dritten Welt. Das Bundesverdienstkreuz für seine Verdienste erhielt der Weltenbummler im April 1997. Mit stehenden Ovationen und riesigem Applaus wurde die Trainerlegende vom Publikum empfangen. Der Trainerfuchs ließ es sich nicht nehmen, seine Legenden-Truppe, zu der namhafte Spieler wie Norbert Nachtweih, Rainer Poltrock oder Hannes Riedel zählen, selbst anzukündigen. Rudi Gutendorf hatte seine Mannschaft gut eingestellt und besiegte im Einlagespiel die Auswahl aus dem Kreis Minden-Lübbecke mit 5:3 Toren. Beim abendlichen Bankett im VIP-Raum der Kampa-Halle nahm Machule in gewohnter Manier die Ehrungen der Mannschaften, Spieler, Schiedsrichter und Moderatoren vor. Andre Gohlke, Kapitän des FC St. Pauli nahm die Ehrung seines Teams entgegen. Als erfolgreichste Torschützen gingen Fredi Bobic und Jörg Heinrich von Borussia Dortmund mit je sieben Treffern hervor. Zum besten Torwart wählte die Jury Jörg Kühl von Borussia Dortmund. Bester Feldspieler wurde Christian Springer vom FC St. Pauli. Präsente für ihre Leistungen erhielten auch die ehemaligen FIFA- und Bundesligaschiedsrichter Bernd Heynemann, Wolf Günter Wiesel und Manfred Führer sowie in der Kategorie der Moderatoren, Ulli Potofski, Eckhard Friebel und Helmut Machule. Organisator Heinz Albersmeier und sein Team waren mit der Veranstaltung durchaus zufrieden.

    "Das 25. Turnier wird ein Jubiläumsturnier mit internationalen Spitzenteams aus dem Ausland", mehr wollte der Chef-Organisator noch nicht verraten.

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