1. Markenzeichen der Streuobstwiesen sind die "Verstreuten" Bäume

    NABU Rinteln informiert über das Ökosystem und über Nistkästen

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    RINTELN (ste). Der Apfel ist das wohl bekannteste und beliebteste Obst unserer Region. Dass es nicht nur Kulinarisches über ihn zu berichten gibt, sondern auch ökologische Besonderheiten von großer Bedeutung sind, vermittelte der NABU Rinteln anlässlich der Rintelner Apfeltage auf dem Marktplatz.

    Hauptthema der Naturschützer in diesem Jahr war die Streuobstwiese in Hohenrode, die seit nunmehr 20 Jahren als Pachtgebiet vorhanden ist. Auf einer Fläche von 10.800 Quadratmetern finden 43 Obstbäume alter Sorten genügend Platz. Neben altdeutschen Kirschen-, Birnen-, Zwetschen- und Walnussbäumen befinden sich auch 22 Apfelbäume auf dem von Hecken umsäumten Gelände.

    Der Apfelbaum als Lebensraum - 1.000 verschiedene Tierarten nutzen den Baum.

    Die Informationen, welche auf den Apfeltagen vermittelt wurden, erstreckten sich über die Anlegung und Pflege einer Streuobstwiese über die verschiedenen traditionellen Sorten bis hin zum "Lebensraum Streuobstwiese" - denn immerhin nutzen bis zu 1.000 verschiedene Tierarten den Apfelbaum als Lebensraum. Ein guter Grund, diese abwechslungsreichen Kulturgüter unserer Zeit zu erhalten, meint Nick Büscher vom NABU. Im Gegensatz zu konventionell genutzten Niederstamm-Plantagen werden hochstämmige Streuobstsorten - wie der Name schon sagt - mit einem Abstand von 10 bis 15 Metern zum nächsten Baum "verstreut" auf der Wiese angepflanzt. Außerdem wird weder mit Insektiziden gespritzt noch mit Mineraldünger dem Ertrag nachgeholfen. Lediglich eine Beweidung der Wiese oder das Mähen von Hand sowie das gelegentliche Schneiden der Äste werden zur Pflege erforderlich.

    Die Früchte der Streuobstbäume erscheinen nicht so makellos wie professionell gezüchtete neue Sorten, dafür sind die Bäume auch ohne Spritzmittel widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Umwelteinflüssen und die Früchte schmecken mindestens genauso gut. Ein weiteres Markenzeichen von Streuobstwiesen besteht in der abwechslungsreichen Sortenwahl - allein auf der Wiese in Hohenrode befinden sich 15 verschiedene Apfelsorten - eine größere Auswahl, als in Supermärkten heutzutage noch vorhanden ist!

    Am Stand des NABU gab es nicht nur viele Informationen, auch ein kleines Apfel-Gewinnspiel ist angeboten worden.

    Zu erraten war, wie viele Äpfel des "Biesterfelder Renette" im Korb lagen. Erraten wurde die richtige Anzahl von 66 Äpfeln von einer Person. Keine leichte Aufgabe, da alle Äpfel unterschiedlich groß waren.

    Weitere Informationen gab es zum Thema Nistkastenbau. Großen Andrang fanden die Bauanleitungen für das Insektenhotel, den Igel-Unterschlupf sowie den Meisenkasten. Der NABU Rinteln war mit dem entgegengebrachten Interesse der Besucher sehr zufrieden und freut sich auf die Apfeltage im nächsten Jahr.

    Foto: privat

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an