RODENBERG (pd). Der schwere Unfall auf der A 2 im Januar 2008 mit mehreren Toten hat die Diskussion über Möglichkeiten der Entschärfung der Verkehrslage im stark befahrenen Autobahnabschnitt zwischen Rehren und Wunstorf erneut in Gang gebracht. Während Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann sich lobend darüber äußerte, dass ein neues Verkehrsleitsystem kommen soll, bremste Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote die Euphorie über diese Nachricht aus dem Bundesverkehrsministerium: "Das allein kann es nicht sein", so seine Einschätzung. Es müsse noch viel mehr getan werden, um die Unfallzahlen auf dem Autobahnabschnitt im Landkreis Schaumburg merklich zu senken.
Der Ortsbrandmeister erinnerte daran, dass die Großeinsätze nicht nur den Einsätzkräften, sondern auch dem Material sehr zusetzen würden. Der Einsatz im Januar, laut Kramer einer von der "schlimmsten Sorte auf der Autobahn", habe mit Verschleißteilen, Arbeitsausfallgeld und beschädigten Gerätschaften Kosten in Höhe von 11 000 Euro verursacht. Anders als bei einem bekannten Optiker würde der Bund "keinen Pfennig dazubezahlen". Die Samtgemeinde sollte besser als andere gefördert werden, damit der Etat für die wichtigen Feuerwehraufgaben behalten und Geld für die Anschaffung notwendiger Ausrüstungsgegenstände in ausreichendem Maß zur Verfügung steht. Kramer nannte ein konkretes Zahlenbeispiel: "Allein der Ersatz von beschädigten Hydraulikschläuchen hat in diesem Fall 2600 Euro gekostet".
Die Information darüber wollte Kramer aber auf keinen Fall als "Jammern" aufgefasst wissen. "Wir haben eine Aufgabe und diese Aufgabe heißt Einsatz", betonte der Ortsbrandmeister. Und er erinnerte an ein Jubiläum, dass in diesem Jahr gefeiert werden soll: Seit 50 Jahren fährt die Rodenberger Feuerwehr Einsätze auf der Autobahn. Beim "Tag der offenen Tür" im September soll dieses Thema besonders gewürdigt werden.
Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote ging auf die Zusammenlegung von Rettungsleitstellen in der Region ein. Die Zahl der Leitstellen in Niedersachsen soll von 49 auf 10 reduziert werden. Nach Grotes Auffassung würde eine gemeinsame Leitstelle für Nienburg und Schaumburg durchaus Sinn machen. Diese müsse in Stadthagen etabliert werden, stellte der Kreisbrandmeister weiter fest. Den Bestrebungen aus Hameln, Nienburg und Schaumburg mit in ihre Leitstellen-Zuständigkeit einzubauen, sollten alle Feuerwehren im Landkreis eine klare Absage erteilen, forderte Grote mit deutlichen Worten auf.