RODENBERG (pd). Im Mai hatte die CDU im Verlauf einer Mitgliederversammlung vollmundig die Pläne vom Bau einer Seniorenwohnanlage verkündet. Die "Bürgerhilfe Meppen", die unter anderem in Bad Nenndorf eine Wohnanlage für Senioren betreibt, hat einen Rückzieher gemacht. Vorgesehen war, dass östlich des Rodenberger Rathauses gebaut werden sollte. Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Rodenberg, Matthias Schellhaus, übt herbe Kritik an Fraktionskollegen im Verwaltungsausschuss und an Bürgermeister Günter Altenburg (CDU). Die hätten dem Projekt den nötigen Rückhalt versagt.
In einer "Blitzinfo" ist es auf der Seite der Rodenberger CDU im Internet zu lesen: "Betreutes Wohnen im Stadtzentrum nicht erwünscht". Den Hauptgrund für das Scheitern des Vorhabens sieht der CDU-Ortsverbandsvorsitzende in der mangelnden Unterstützung durch die CDU-Fraktionsmitglieder im Rat, die zusammen mit der Wählergemeinschaft Rodenberg (WGR) die Mehrheit stellen. Im Verwaltungsausschuss hätten die "eigenen Leute" gegen das Projekt gestimmt, wie auch die SPD-Mitglieder. "Ich mache diesen Zirkus nicht mehr lange mit", schimpfte Schellhaus noch Tage nach der Nachricht vom Rückzug des Investors. Es könne doch nicht angehen, dass sich die eigenen Vertreter im Verwaltungsausschuss gegen eine Sache stellen würden, die doch der Wille der CDU-Mitglieder gewesen sei. Dabei erinnert Schellhaus an die Vorstellung der Pläne von der Atrium- Wohnanlage für Senioren im Mai in der Mitgliederversammlung der CDU. Dabei habe sich die Mehrheit der Anwesenden von dem Projekt durchaus überzeugt gezeigt. "Wir verlieren mit dem Ausstieg des Investors 20 bis 30 Arbeitsplätze. Dafür will ich meinen Kopf nicht hinhalten", macht der CDU-Ortsverbandsvorsitzende deutlich.
Die SPD sei nicht gegen eine Anlage für Betreutes Wohnen in der Stadt, aber der gewünschte Standort habe eine Zustimmung nicht möglich gemacht, erklärt Peter Friedrichkeit (SPD) zu dem Thema. In einer abschließenden Beurteilung des Landkreises dazu ist zu lesen: "Das geplante Vorhaben befindet sich östlich des Rathauses und südlich der Burg mit seiner Wallanlage. Die Flurstücke befinden sich im festgesetzten Überschwemmungsgebiet der Rodenberger Aue". Erhebliche Bedenken gegen die Bebauung kamen von vielen Stellen, wie ein Vermerk aus dem Landkreis auflistet. Eine Erschließung des Areals sei nicht gewährleistet. Für eine konkrete Beurteilung darüber, ob bauliche Anlagen in diesem Gebiet überhaupt machbar seien, müsse ein hochwasser-technisches Gutachten erstellt werden. Der Denkmalschutz erläuterte, dass sich ein Teil des Grundstückes im Bereich der Grenzen des Kulturdenkmals Schloss Rodenberg mit seiner Wallanlage befinden würde. Hier seien Bodeneingriffe grundsätzlich ausgeschlossen. Abschließend steht in der Beurteilung des Landkreises deutlich zu lesen: "Die betroffenen Flächen sind für eine Bebauung ungeeignet".
Schellhaus sieht das anders: "Da war von Beginn an kein politischer Wille vorhanden" und meint damit auch den Gegenwind in der eigenen Partei. Seiner Auffassung nach hätten Bürgermeister Günter Altenburg (CDU) und die Fraktionskollegen im VA deutlich Flagge für das Projekt zeigen müssen, anstatt der Meinung der SPD und der Verwaltung zu folgen.