1. Vor allem die Eisenskulpturen stehen weiterhin im öffentlichen Blickpunkt

    Der Rintelner Künstler Eg Witt feierte im ablaufenden Jahr seinen 65. Geburtstag

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    RINTELN (km). Seinen 65. Geburtstag feierte im ablaufenden Jahr der Rintelner Künstler Eg Witt. 1943 in der Weserstadt geboren und den meisten bisher nur als Maler und Bildhauer bekannt, schreibt Witt seit einiger Zeit auch Gedichte und Erzählungen - zuletzt ein viel beachtetes autobiografisches Werk unter dem Titel "Glutofen", in dem er seine Jugendzeit rund um die Rintelner Glashütte revue passieren lässt.

    Nach Aufenthalten in der Schweiz, in München, Wolfenbüttel und Bielefeld lebt Witt seit numehr 30 Jahren wieder in Rinteln - seit 1989 als freischaffender Künstler. Im Jahr 1990 erwarbt die Familie Benz/Melitta in Minden eine größere Anzahl großformatiger Bilder und legte damit gleichsam den Grundstein seiner neuen Existenz als freier Künstler. Im gleichen Jahr kaufte das Land Niedersachsen durch das Sprengel-Museum Hannover fünf Mischtechniken, und zudem bekam er den Paul-Elten-Preis für eine Wettbewerbszeichnung.

    1995 zeigt der Bielefelder Kunstverein in seiner Ausstellung "Kunst des 20. Jahrhunderts - von der klassischen Moderne zur Avantgarde" neben Arbeiten von unter anderem Baselitz, Sandro Chia, Felix Droese auch eine frühe Münderkopfzeichnung von Eg Witt. Zwischen 1987 und 2008 ist Witt in insgesamt 85 Einzelausstellungen und 35 Ausstellungsbeteiligungen vertreten. Seine Bibliografie (Kataloge, Kunstbände, Zeitschriften) umfasst bisher 60 Veröffentlichungen - darunter Videos, CDs, Radioaufnahmen und Fernsehaufzeichnungen. Mittlerweile befinden sich besonders seine Eisen-Skulpuren in Sammlungen, im öffentlichen Raum und bei vielen Privatpersonen. Größere Skulpturen und Ensembles sind nicht nur in Rinteln, sondern unter anderem auch in Bonn, Nürnberg, Hannover, Bielefeld, Bückeburg, Hameln, Versmold, Halle, Lübbecke, Gerden, Rinteln und Sennestadt zu bewundern.

    Anfang 2007 stellt der Künstler das Manuskript für seinen Erzählband "Glutofen" fertig. Das Buch beinhaltet fünfzehn autobiografische Erzählungen aus seiner Kindheit und Jugend auf der Glashütte in Rinteln. Im Jahr 2008 stellt der Filmemacher Norbert Kaase aus Archivmaterial den DVD-Film "Eg Witt 1989-2007" zusammen.

    Die einstündige Collage lässt gut deutlich werden, auf welch unterschiedlichen Feldern sich der Künstler tummelt und wie sich dies in seinen bildnerischen Arbeiten unmittelbar umsetzt.

    Im gleichen Jahr zeigt die Stuttgarter Galerie Kunsthaus Schill acht Eisenskulpturen von Witt auf der Art Fair Shanghai in China. Auf die Frage, warum er erst relativ spät schriftstellerische Ambitionen bekommen habe, antwortet Witt: "Seit 2003 habe ich zunehmend Schwierigkeiten gehabt, einige mir sehr wichtige Aspekte nicht mehr gebührend in Bildern und Skulpturen unterbringen zu können. Der Weg vom Pinsel zum Kugelschreiber war dann relativ kurz und löste bei mir sofort eine starke Erleichterung aus. Außerdem war ich ohnehin bei allen Sachen immer Spätentwickler".

    Und schließlich umschreibt er den Wechsel von der bildenden Kunst zur Textproduktion mit einer fast lakonischen Feststellung: "Als Maler musst du für teures Geld Farbe und Leinwand kaufen und außerdem ein großes Atelier und Lager unterhalten, hast ständig Transportkosten am Hals - während für einen Autor sämtliche Wörter vollkommen kostenlos herumliegen. Foto: km

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