1. Die Schließung der K 80 liegt in naher Zukunft

    Sebastian Edathy will helfen: "Wo ein guter Wille ist, ist auch eine Straße"

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    RINTELN (ste). Der Bitte des Krankenhäger Ortsbürgermeisters Gerhard Werner um Hilfe sei er gerne nachgekommen, so MdB Sebastian Edathy, Vorsitzender des Innenausschusses im Bundestag und Abgeordneter für den Wahlkreis Nienburg-Schaumburg. "Und wenn alle Probleme am Ende so überschaubar und lösbar wären wie dieses, dann wäre meine Arbeit einfach!"

    Das Problem heißt "drohende Einziehung und damit Sperrung der Kreisstraße 80 als Verbindung zwischen Möllenbeck und Krankenhagen wegen des Kies- und Sandabbaus der Firma Reese". Eine Bürgerinitiative gegen die Sperrung der K 80 hat sich gebildet und das vor allem, weil die Straße ihrer Meinung nach eine gehobene Bedeutung besonders für die angrenzenden lippischen Ortschaften rund um Silixen hat und auch viele Krankenhäger und Möllenbecker die Straße als schnelle Verbindung zwischen beiden Ortschaften schätzen, weiß Manfred Stoller von der UWE in Extertal.

    Eckart Ilsemann, Sebastian Edathy, Gerhard Werner, Frauke Kampmeier und Manfred Stoller diskutieren über Möglichkeiten zum längstmöglichen Erhalt der Kreisstraße 80 zwischen Krankenhagen und Möllenbeck.

    Noch sind die Bagger weit von der Straße entfernt (dunkle Linie) und bis sie an das neue Abbaugebiet (dunkelgrau gezeichnet) heranreiche, können noch rund 20 Jahre vergehen.

    Das Problem falle zwar nicht in die Zuständigkeit der Bundespolitik, so Edathy, der sich vor Ort ein Bild über den Zustand und die Bedeutung der Straße machte, dennoch wolle helfen. Wichtig sei es, in der Diskussion die Frage des Abbaus klar von der Sperrung der Straße zu trennen: "Am Abbau kann und soll nicht mehr gerüttelt werden, an der Straßensperrung zumindest über einen längeren Zeitraum schon!" Edathy sah das Anliegen des Krankenhäger Ortsrates auf einen längstmöglichen Erhalt der Straße als vernünftig und berechtigt. Krankenhagen habe ein legitimes Interesse an einer Nutzung der Straße auch über 2011 hinaus.

    Bis dahin ist vorläufig der Kreis Träger der Straße und auf sachlicher Ebene sah Edathy zwei Möglichkeiten, dieses Interesse des Rintelner Ortsteils auch zu verwirklichen: "Entweder könnte der Kreis über 2011 hinaus die Trägerschaft der Straße behalten, bis der Kies- und Sandabbau an die Straße heranrückt", so Edathy, "oder zweitens die Straße in gemeindliche Trägerschaft der Stadt Rinteln übergeben." 1.100 Fahrzeuge am Tag zählten die Verkehrsplaner maximal auf dieser Straße, rund 800 sind es im Durchschnitt. Die K 80 befindet sich in einem guten Zustand und auch Eckard Ilsemann, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, sah gute Chancen, in einem kooperativen Verfahren mit dem Landkreis auf eine einvernehmliche Lösung zu kommen.

    Noch ist der Kies- und Sandabbau von Reese rund 800 Meter entfernt vom neuen Abbaugebiet und auch dann sind noch einige hundert Meter bis zur K 80 zu überwinden. Bis sich die Bagger in Sichtweite der Straße befinden vergehen nach Schätzungen des Krankenhäger Ortsrat noch rund 20 Jahre: "So lange sollte man die K 80 erst einmal nicht antasten; das würde jede Menge Schärfe aus der Diskussion nehmen", sagte Gerhard Werner. Sebastian Edathy brachte es auf den Punkt: "Wenn in ferner Zukunft dort abgebaut werden soll, dann sollte man nicht schon in naher Zukunft die Straße schließen!" Jetzt wollen die Parteien erst einmal den Kontakt mit dem Landkreis und dem Unternehmen suchen und erkunden, ob sich eine einvernehmliche Regelung finden lässt. "Sollte der Kreis jedoch das förmliche Einziehungsverfahren in nächster Zeit veröffentlichen, dann bleibt uns nur das Klageverfahren", so Werner.Foto: ste

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