ROLFSHAGEN (tt). Ortsbrandmeister Rüdiger Teich der Stützpunktfeuerwehr hatte zu einer besonderen Dienstveranstaltung eingeladen, an der die Ehe- oder Lebenspartner der Feuerwehrkameraden und -kameradinnen teilnehmen sollten. Gast im Feuerwehrhaus war der Dipl.-Theologe Frank Waterstraat, der sich dem Thema "Stress" annahm. "Stress ist ein gesellschaftliches Problem, das bereits aus der Zeit der Neandertaler stammt", so Waterstraat, der während seines Vortrages den Anwesenden wertvolle Tipps im Umgang mit dem täglichen Druck gab. Dabei dachte er nicht nur an die Feuerwehr-Einsätze, sondern mehr an den privaten Bereich. Der Kampf- und Flucht-Reflex, einhergehend mit schwitzen und zittern, gehe auf die Urzeit zurück und würde noch heute Stress für den Menschen bedeuten, erläuterte Waterstraat. "Was hätte ein Neandertaler für eine Überlebenschance gehabt, wenn er einem wilden Tier gegenübergestanden und nicht über diesen Reflex verfügt hätte?" fragte Waterstraat. Früher hätte man eben kämpfen oder flüchten müssen. Auch heute kämen die Menschen oft in Situationen, die diesen Reflex auslösen - Stresssituationen. "Wir bekommen dann einen Adrenalinstoß, der unbedingt ausgelebt oder abgebaut werden muss." Sonst würde die Anspannung viel Kraft kosten und der Gesundheit schaden. Schlafstörungen, Magenschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen und psychosomatische Beschwerden nannte Waterstraat als Folgen. Die Reaktionsstruktur sei einfach: "Wir erkennen eine Gefahr und reagieren. Der Leistungsdruck fängt heute bereits sehr früh an. Schon Kindergartenkinder wollen zum Beispiel Markenklamotten", so Waterstraat. Man müsse sich aber von dem Druck befreien und nur das leisten, was jeder Einzelne könne und wolle. Aus manchen Situationen müsse man einfach aussteigen. Waterstraat nannte ein einfaches Beispiel: Jeder sei schon einmal hinter einem "lahmen" Autofahrer hergeschlichen. Man ärgert sich, die Wut steigt mehr und mehr und irgendwann überholt man an einer Stelle, die eigentlich viel zu gefährlich für einen Überholvorgang ist. "Besser ist es, für einige Minuten anzuhalten", mahnte Waterstraat. "Wir ersparen uns Stress und setzen uns keiner Gefahr aus." In anderen Situationen würde es helfen, das Erlebte aufzuschreiben, um sich so zum "Zu Ende denken" zu zwingen. "Wir müssen in den Spiegel blicken und Farbe bekennen. Das kann oft auch unangenehm werden", so Waterstraat. Besonders wichtig sei es, festzustellen wo "Ich" selbst bleibe – im Beruf, in der Familie, im täglichen Leben. "Nehmen Sie sich Zeit für sich!", mahnte der Theologe, der viel Beifall für seine Ausführungen erntete und manchen Zuhörer sehr nachdenklich stimmte. Foto: tt
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Stress ist gesellschaftliches Problem
Theologe Frank Waterstraat gibt Feuerwehrleuten hilfreiche Tipps
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