1. Für Ladenbesitzer "ist jetzt das Maß einfach voll"

    "Immergrün"-Besitzer beklagt Behinderung bei Warenanlieferung / Döpke: "Im Zeitplan sind wir noch lange nicht”

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    LAUENAU (al). Seit Wochen nimmt Kaufmann Wilfried Troost die Einschränkungen seines geschäftlichen Engagements hin. Vor seinem Bioladen "Immergrün" ist die Coppenbrügger Landstraße aufgerissen. In tiefen Gräben liegen sanierte Rohre, neue Leitungen. Manchmal ist die Zufahrt zu seinem Grundstück nur höchst provisorisch aufgeschüttet. An anderen Tagen konnten Kunden gar nur zu Fuß und mit schweren Taschen durch Sand und feuchtes Erdreich stapfen. Doch in der Nacht zum vergangenen Freitag war für Troost "das Maß einfach voll": Der Auslieferungsfahrer eines 18-Tonner-Lastzugs konnte nicht in die schmale Einfahrt rangieren, weil diese nur vier Meter breit war. Die Ware musste von Hand ausgeladen und weit getragen werden.

    "Sieben Meter hatte ich gefordert", beteuerte der aufgebrachte Geschäftsmann am nächsten Vormittag. Das habe er den Bauarbeitern gesagt. Überhaupt wisse die Samtgemeindeverwaltung, dass er wöchentlich Ware mit einem großen Sattelschlepper erhält.

    Troost will nicht als renitenter Kritiker gelten. Er habe durchaus Verständnis, dass eine Baustelle Unannehmlichkeiten bringe und dass Kunden ausbleiben. Aber seine Nachsicht ist schon arg strapaziert: Eine gekappte Telefonleitung setzte seine Geschäftsaktivitäten für einen ganzen Tag lang lahm; an einem weiteren Tag konnten Kunden nur zu Fuß ihre vollen Einkaufstaschen durch die grabenähnliche Baustelle schleppen. Dass zeitweilig sogar beide Grundstückseinfahrten nicht benutzbar waren, ärgerte ihn am meisten: "Eine Zuwegung hätte doch immer frei bleiben können." Dabei hatte Troost von Anfang an auf die Besonderheiten seiner Geschäftslage hingewiesen. Noch am Donnerstag informierte er die vor Ort tätige Baufirma, dass nachts der Lastzug käme, der einen gewissen Rangierraum benötige. Diese soll ihm auch eine ausreichend breite Zufahrt zugesichert haben. Doch mitten in der Nacht klingelte das Telefon: Der Auslieferungsfahrer sah sich außerstande, sein langes Vehikel in die nur vier Meter schmale Einfahrt zu bugsieren. Zu groß war die Gefahr, in die Baugrube abzurutschen. Troost fuhr nach Lauenau, half beim Ausladen - und beschwerte sich "über die unmöglichen Verhältnisse". Björn Ladage vom Tiefbauamt der Samtgemeindeverwaltung konnte die Kritik des Kaufmanns durchaus nachvollziehen: "Das war nicht ausreichend breit." Zugleich beteuerte er beim Ortstermin, "die Sorgen der Anlieger ernst zu nehmen". "Trotzdem hat es nicht geklappt", klagte Troost. Gleichwohl räumte er ein, das nächtliche Geschehen nicht mehr rückgängig machen zu können. "Aber wir sind ja noch nicht fertig", verlangte er von Baufirma und Bauaufsicht mehr Sensibilität bei den noch anstehenden Maßnahmen: "Den nächsten Engpass habe ich dann, wenn die Kantensteine zu setzen sind und die Fahrbahn hergerichtet wird." Unterdessen lärmte der Rüttler über frisch abgeladenem Erdreich: "Heute nachmittag ist die Einfahrt sieben Meter breit", versprach der zuständige Bauarbeiter. Sein Polier konnte wegen eines Einsatzes auf einer anderen Baustelle indes nicht erreicht werden. Der stellvertretende Gemeindedirektor Jörg Döpke versicherte, dass die Samtgemeindeverwaltung auf die Belange der Anlieger möglichst Rücksicht nehme und übte indirekt Kritik an Troosts Vorgehen: "Er hätte direkt mit uns sprechen müssen." Gleichwohl wolle er den Vorgang nicht beschönigen.

    Döpke hofft, dass die Belastungen für die Anlieger schneller als momentan noch befürchtet zu Ende gehen. Schon sei in Absprache mit dem Tiefbauunternehmen eine weitere Firma für das Verlegen der neuen Wasserleitung gewonnen worden. Damit könne die Bauphase in diesem zweiten der insgesamt drei Abschnitte verkürzt werden. Ob das am Ende die Fertigstellung des Gesamtprojekts beschleunigen könnte, wollte Döpke nicht prophezeien: "Im Zeitplan sind wir noch lange nicht." Das war kürzlich bereits in einer Sitzung des Werksausschusses der Samtgemeinde Rodenberg bekannt geworden. Ursprünglich sollte das Projekt Coppenbrügger Landstraße im späten Frühjahr abgeschlossen sein.

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