1. Nur 2300 Euro für die "hohe Kante"

    Hülseder Gemeinderat befürchtet schlechte finanzielle Zeiten

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    HÜLSEDE (al). Die Gemeinde Hülsede kann im kommenden Jahr nichts investieren. Der schmale Haushalt lässt neben den laufenden Aufwendungen nur den Maximalbetrag von 10.000 Euro für das bevorstehende Dorfjubiläum sowie die übliche Tilgung von 12.500 Euro für ein Darlehen zu. Ganze 2300 Euro kann der Rat auf die "hohe Kante" legen. Das Geld sowie ein Teil weiterer vorhandener Ersparnisse dürfte bald schon wieder verplant sein: In der Gemarkung Schmarrie muss eine Brücke erneuert werden.

    "Wir setzen unsere sparsame Haushaltsführung fort", gab Gemeindedirektor und Kämmerer Uwe Heilmann als Parole aus und forderte "wegen der gegenwärtigen Finanzkrise noch mehr das Geld zusammenzuhalten". Es müsse "äußerst behutsam" in den kommenden Jahren vorgegangen werden und begrüßte den Willen des Rates, "nichts auf Pump machen zu wollen".

    Da keine großen Maßnahmen geplant sind, blieben die Stellungnahmen der beiden Fraktionen knapp. Nur Wolfgang Jamma (SPD) fragte nach, ob die Sorge vor einer Erhöhung der Kreisumlage berechtigt sei. "Wir kämpfen dagegen", erwiderte Heilmann und verlangte: "Wir müssen den Kreistagsabgeordneten in unserem Raum sagen, dass die kleinen Gemeinden lebensfähig bleiben wollen." Eine Erhöhung des Umlagesatzes hätte für Hülsede fatale Folgen.

    Den aktuellen Hinweis eines Schmarrier Landwirts auf eine marode Brücke über die Rodenberger Aue nahe der Flur "Slottwiese" will die Verwaltung weiter beachten. Die Kosten für eine Reparatur belaufen sich vermutlich auf 10.000 Euro. "Im Winter können wir das sowieso nicht reparieren", bemerkte Heilmann, der mit der zuständigen Jagdgenossenschaft in Kontakt treten will: "Deren Beteiligung mit 50 Prozent wäre angemessen." Der Rat wird sich in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema befassen und dann wohl auch eine überplanmäßige Ausgabe beschließen – finanzierbar aus den Rücklagen.

    Die einzige positive Nachricht zur örtlichen Finanzlage formulierte Bürgermeister Herbert Weibels. "Wir lassen auch im nächsten Jahr die Zuschüsse an die Vereine unverändert", versprach er: "Das wird zwar immer schwieriger. Aber noch wollen wir nicht dran drehen."

    Anderen Interessen erteilten Rat und Verwaltung eine Absage. Der Hülseder Einwohner Michael Ensslen, der wiederholt Maßnahmen anregte und regelmäßig an deren Erledigung erinnert, wird jetzt schriftlich vom Rathaus darüber informiert, dass die geforderten Projekte wie zum Beispiel das Anbringen von Gedenktafeln mit Namen der im Dritten Reich deportierten jüdischen Mitbürger aus finanziellen Gründen zurückgestellt werden müssten. Weibels und der stellvertretende Gemeindedirektor Günter Wehrhahn konnten dem Antragsteller das nicht persönlich sagen: Ensslen, der regelmäßig die Sitzungen verfolgt, hatte sich diesmal sogar schriftlich für seine aktuelle Abwesenheit entschuldigt.

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