1. Gute Chancen für eine museale Wiederbelebung

    Heimatverein will europäische Fördermittel für die Rettung des Industriedenkmals erhalten / Entscheidung darüber im Rat am 11. Dezember

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    EXTEN (ste). Wenn der historische Obere Eisenhammer wirklich noch gerettet werden soll und es eine museale Rennaissance dieses Industriedenkmals geben soll, dann muss das jetzt geschehen. Und die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht.

    Über 30 Jahre lag die historische Hammerschmiede brach. Jetzt lud der Verein für Heimatpflege und Kultur Exten zu einem Informationsabend in die Gaststätte "Zur Post", nachdem zuvor bereits die Besitzerfamilien Anfang November ihr schriftliches Einverständnis gegeben hatten, dass das denkmalgeschützte Bauwerk für Besucher zugänglich gemacht werden sollte.

    Horst Vöge, Vorsitzender des Heimatvereins in Exten, fasste für die interessierten Besucher am Info-Abend zusammen: Durch Fördermittel aus dem europäischen Leader-Plus Programm ist es möglich, das Gebäude standsicher zu machen und zu sanieren für etwa 120.000 Euro. Als Soforthilfe für die vorläufige Standsicherung hat die Stadt Rinteln bereits am 29. Mai dieses Jahres 5.000 Euro aus Mitteln des Denkmalschutzes bewilligt. Voraussetzung für die Freisetzung ist es, dass eine gemeinnützige Körperschaft, in diesem Falle der Extener Heimatverein, die Organisation und ehrenamtliche praktische Arbeiten übernimmt. Vöge dazu: "Von der kulturhistorischen Bedeutung des Gebäudes her ist sicher die Landesdenkmalpflege zuständig, aber weil sich von dort nichts rührt, sehen wir uns in die Pflicht genommen." Und er appellierte an alle Beteiligten, sich stark zu machen für das Projekt, denn bereits zu Anfang der 80er Jahre standen schon einmal Fördermittel für den Erhalt des Oberen Eisenhammers zur Verfügung und verfielen dann, weil damals das Einverständnis der Besitzer fehlte.

    Über die historische Bedeutung des Oberen Eisenhammers ist man sich in Exten sicher und wird dabei auch vom Vorsitzenden des Niedersächsischen Mühlenvereins bestärkt, der den Eisenhammer als ein in Niedersachsen einmalig vorkommenden historischen Bau nannte.

    Unterstützung gibt es auch vom Ortsrat, der in seiner letzten Sitzung die Sanierung des Oberen Hammers beantragte. Mitglieder des Verwaltungs- sowie Bauausschusses des Rintelner Stadtrates besichtigen daraufhin die historisch bedeutende Örtlichkeit. Am 11. Dezember soll das Projekt jetzt im Rat zur Abstimmung gebracht werden. Das Konzept des Heimatvereins sieht vor, der den Oberen Eisenhammer "neben seiner historischen Bedeutung vor allem als sinnvolle Ergänzung zum Industriemuseum "Unterer Eisenhammer" zu sehen. Heimatstube und Unterer Eisenhammer bleiben der Schwerpunkt des Vereins und der Obere Eisenhammer wird nach der Sanierung, so das Konzept des Vereins, gelegentlich für Besuchergruppen geöffnet, die vom Unteren Eisenhammer zu Fuß herangeführt werden. Was die Kosten für den Unterhalt des Gebäudes angeht, so ist der Verein zuversichtlich. Wenn es annähernd so gut läuft wie beim Unteren Eisenhammer, für den seit Eröffnung über 350 Besucher durch Eintrittsgelder und Spenden schwarze Zahlen schreiben ließen, ist dem Verein nicht Angst um die Kosten. Vöge dazu: "Durch unsere Internetpräsentation und Bewerbung durch Tourismusorganisationen der Stadt und im Umkreis sehen wir zukünftig eher steigende Besucherzahlen."

    Und Vöge ist sich sicher: "Besucher des Oberen Eisenhammers an der Ossenbeeke dürften, wie jetzt schon die Rintelner Ratsmitglieder, überrascht sein!" Denn: entgegen kursierender Gerüchte über einen völligen Leerstand des Oberen Eisenhammers, finden sich im Gebäude noch Maschinen und Gerätschaften, die zur künftigen Ausgestaltung des Industriedenkmals dienen sollen. Einen Teil des authentischen eisernen Inventars konnte der Architekt und Restaurator Reinhard Hoppe aus Duingen der Versammlung in der Post direkt vorlegen. Der ehemalige Rintelner hatte vor gut 30 Jahren von der Stadt Rinteln bereits den Auftrag zur Sanierung des Gebäudes erhalten, ehe das Projekt zunächst storniert werden musste. Die Eisengeräte, die ihm seinerzeit der Besitzer überlassen habe, könnten ebenfalls zur Ausgestaltung an die Ossenbeeke zurückkehren, stellte Hoppe in Aussicht. Das Nahziel für den Heimatverein ist zunächst die Wiederherstellung des eigentlichen Gebäudes, führte Horst Vöge abschließend aus. Für die Zeit danach könne man sich vorstellen, irgendwann auch wieder ein Wasserrad zu installieren zum Antrieb eines Schwanzhammers nach historischem Vorbild. Und falls möglich - als ferneres Zukunftsprojekt - die Stromerzeugung durch einen vom Wasserrad angetriebenen Generator zur Erwirtschaftung eines Unterhaltskostenzuschusses.

    Foto: ste

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