BAD NENNDORF (pd). Frohe Botschaft konnte der Kreisbaudezernent Karl-Erich Smalian in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Stadt Bad Nenndorf verkünden. Laut einer Vereinbarung hat die Stadt maximal 1,3 Millionen Euro für den Knotenpunkt "Drei Steine" zu zahlen. Das sieht ein Vertrag vor, der zwischen dem Landkreis und der Stadtverwaltung ausgehandelt wurde und vom Bauausschuss einstimmig empfohlen wurde. Das "Ringen um eine für alle Seiten gute Lösung", so die Worte von Kreisbaudezernent Karl-Erich Smalian, scheint damit ein Ende zu haben.Seit fünf Jahren ist der Kreisbaudezernent mit dem Thema "Ausbau B-65" beschäftigt. In Bad Nenndorf gab es nicht nur wie in anderen Kommunen zum Teil heftige Debatten wegen der Streckenführung, sondern auch wegen der unklaren Finanzierungsmodalitäten. Im Juni konnte im Rathaus ein Vertrag ausgehandelt werden, nach dem die Stadt maximal 1,3 Millionen für den Knotenpunkt "Drei Steine" zu zahlen habe. Das Risiko von Mehrkosten übernimmt damit der Landkreis. Nach Aussagen von Smalian hat das Wirtschaftsministerium in Hannover den vorliegenden Plänen zugestimmt, obwohl die komplexe Knotenpunkt-Verschiebung bei einem Ausbauprojekt als ungewöhnlich angesehen wurde. Das Ministerium forderte den Landkreis als Planungsbehörde allerdings auf, die Linienführung auf der verschwenkten Trasse zwischen Rodenberg und Bad Nenndorf zu optimieren. Diesem Wunsch haben die Planer entsprochen. In der öffentlichen Bauausschuss-Sitzung im Bad Nenndorfer Vereinsheim konnte Smalian eine an die Topografie angepasste Trassenführung präsentieren. In den 1,3 Millionen Euro, die die Stadt im Höchszfall zu zahlen hat, sind 800 000 Euro für die Verschwenkung der Trasse am Erlengrund enthalten. Vor allem Anlieger im Bereich Hinter den Höfen hatten sich für eine solche Verlegung nach Süden stark gemacht. Von Seiten der Zuhörer gab es für die nun modifizierte Streckenführung der Ausbauvariante 4 viel Zustimmung. Als Vertreter der Bürgerinitiative Hinter den Höfen meldete sich Gerhard Bohm in der Einwohner-Fragestunde zu Wort. Er sprach von einer optimalen Lösung für die Anlieger. Zufrieden zeigten sich auch Anwohner der Bückethaler Landwehr, die nochmals auf Lärmschutzmaßnahmen hinwiesen. "Die in Deutschland geltenden strengen Lärmschutzmaßnahmen werden auf jeden Fall erfüllt", so die für sie beruhigende Antwort des Kreisbaudezernenten. Riesige Bauwerke und große Höhenunterschiede auf der ausgebauten B 65 sind, anders als ursprünglich angedacht, in der jetzt vorliegenden Planvariante 4 nicht mehr vorgesehen. Die Planer im Landkreis werden sich auch bemühen, beim Schwenk am Erlengrund auf ein kleines Brückenbauwerk für den landwirtschaftlichen Verkehr verzichten zu können. Der Kreisbaudezernent erklärte, mit dem jetzt vorliegenden Entwurf in das Planfeststellungsverfahren gehen zu wollen. Überhaupt nicht einverstanden mit dem Plan ist nach wie vor Tankstelleninhaber Wolfgang Seifert, der für die SPD im Bad Nenndorfer Rat sitzt. Seine im Frühjahr zusammen mit anderen Geschäftsleuten gestartete Offensive gegen die Verschwenkung des Knotenpunktes weg von der Rodenberger Allee habe keinerlei Gehör gefunden, prangerte er an. Die nach seiner Meinung wichtige Verbindung zwischen Rodenberg und Bad Nenndorf werde zerschnitten, wenn die Lage des Knotenpunktes nicht weiter in Richtung Westen verlegt werden würde. Mit seinen Vorstellungen und seiner Kritik ist Seifert auch beim Landkreis vorstellig geworden. Hier sei ihm gesagt worden, dass "der Rodenberger" eine Verlegung des Knotenpunktes dichter an die Rodenberger Allee nicht wolle. Einen konkreten Namen wollte Seifert nicht nennen. Er fügte aber süffisant hinzu: "Sie wissen alle, wen ich damit meine". Mit Blick auf befürchtete Einnahmeverluste durch verändertes Kundenverhalten forderte er die Ratsvertreter auf, die modifizierte Variante 4 noch einmal überarbeiten zu lassen. Foto: Landkreis
So sieht sie aus, die überarbeitete Planvariante 4 für den B 65-Ausbau im Bereich zwischen Bad Nenndorf und Rodenberg.