1. Neue Konzepte zur Unterstützung von Förderschülern im Landkreis

    Alle Grundschulen mit Förderbedarf / Kreistags-Ausschuss diskutiert Zusammenlegung von Standorten

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    LANDKREIS (bb). Die Verwaltung des Landkreises hat in einer gemeinsamen Sitzung des Schul- und des Jugendhilfeausschusses des Kreistages eine Diskussion über neue Konzepte zur Unterstützung von Förderschülern angeregt. Einerseits halten die Fachleute eine Zusammenlegung von Standorten der Förderschulen für sinnvoll, andererseits den Ausbau des Schulischen Beratungszentrums (SBZ) für Kinder mit emotionalen und sozialen Entwicklungsstörungen in Obernkirchen.

    Regierungsschuldirektor Jürgen Landfester erläuterte in seinem Vortrag, dass die Zahl der Mädchen und Jungen im Landkreis, die eine der Förderschulen besuchen, deutlich abnimmt. Die Hauptursache hierfür sei, erläuterte Landfester, dass mittlerweile alle 26 Grundschulen in Schaumburg im Rahmen der sogenannten sonderpädagogischen Grundversorgung Schüler mit Förderbedarf in ihren Unterricht einbinden. Diese integrative Beschulung von Kindern, die sonderpädagogische Unterstützung benötigen, habe sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt. In diesem Modell würden die Mädchen und Jungen mehr lernen als an Förderschulen und ein höheres Selbstvertrauen entwickeln. "Schaumburg ist in diesem Bereich ein Musterbeispiel in Niedersachsen", betonte Landfester. Folge des Modells sei es, dass immer weniger Kinder die Förderschulen des Landkreises für "Lern- und Sprachstörungen" besuchen. Ihre Zahl habe sich im Zeitraum von 2005/2006 bis 2008/2009 von 497 Schülern auf 288 Schüler nahezu halbiert. Deshalb, erläuterten Landfester und Schuldezernentin Eva Burdorf, sei zu überlegen, ob man nicht Förderschulstandorte zusammenfasse, um die Ressourcen des Landkreises besser zu nutzen. Auf Nachfrage des CDU-Abgeordneten Horst Sassenberg unterstrich Burdorf, dass es nicht um eine völlige Abschaffung der Förderschulen "Lernen" und "Sprache" gehe. Landfester verdeutlichte: "Es wird immer wieder einzelne, ganz besondere Fälle geben, in denen es für die betroffenen Kinder richtiger ist, in einer Förderschule unterstützt zu werden."

    Sorge bereitet den Verwaltungsmitarbeitern vor allem der Anstieg der Anzahl der Kinder mit einem Förderbedarf in der emotional-sozialen Entwicklung. Es gebe immer mehr Jungen und Mädchen, die am Unterricht nicht mehr teilnehmen könnten. Auf dieses Problem reagierte der Landkreis in Kooperation mit der Landesschulbehörde bereits vor zwei Jahren mit der Gründung des Schulischen Beratungszentrums (SBZ) in Obernkirchen. Die dort tätigen Kräfte bieten den allgemeinen Schulen des Landkreises Beratung und Unterstützung in ihrer Arbeit mit Schülern, die Auffälligkeiten in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung zeigen. Sie bemühen sich unter Einbeziehung des gesamten Umfeldes der Schüler möglichst frühzeitig Fehlentwicklungen vorzubeugen. Jetzt empfiehlt die Verwaltung eine Ausweitung des Angebots des SBZ. In Zusammenarbeit mit allen beteiligten Institutionen soll ein Konzept erarbeitet werden, das etwa auch die Bereiche Diagnostik und individuelle Fördermaßnahmen umfasst. Dazu sei zusätzliches Personal nötig. Die Kreisverwaltung benötigt für die Ausarbeitung eines solchen Vorschlages einen Auftrag der zuständigen Ausschüsse. Die Zeit für die Erstellung drängt, weil geplant ist, das Kultusministerium für die Unterstützung einer solchen Ausweitung des SBZ im Rahmen eines Modellprojekts zu gewinnen. Die beiden Ausschüsse votierten einstimmig für die Erstellung eines solchen Konzepts, das dann die Grundlage für die weiteren Diskussionen der Kreistagsabgeordneten bilden wird.

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