ROLFSHAGEN (tt). In Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Matthias Reinold hat der Arbeitskreis "Dorferneuerung Rolfshagen" inzwischen eine erste grobe Kostenaufstellung vorgelegt. "Die Maßnahmen müssen mit Augenmaß geplant werden, da es sich um größere, zumeist sechsstellige Summen handelt", so Matthias Reinold während der jüngsten Sitzung des Arbeitskreises im Gasthaus "Zum Kühlen Grund".
Schließlich müsse die Gemeinde Auetal jedes Projekt kofinanzieren, also 50 Prozent der Kosten tragen. Da die Mittel für die Dorferneuerung bis 2013 fließen, bestehe kein Grund zur Eile. "Es muss nicht alles auf einmal umgebaut werden", so der Planer weiter. Wichtig sei es, mit Fingerspitzengefühl vorzugehen, damit das gesamte Projekt finanzierbar bleibt und von den Bürgern akzeptiert wird. Eine Prioritätenliste soll dabei helfen. "Wir haben drei Schwerpunkte erarbeitet", resümierte Reinold und nannte die Umgestaltung des Dorfmittelpunktes – also den Bereich rund um die ehemalige Schule, den Bereich Multifunktionsplatz und die Kirche mit ihrem Umfeld sowie die dazugehörigen Straßenverbindungen. Schnell waren sich die Arbeitskreismitglieder einig, dass der Dorfmittelpunkt oberste Priorität haben muss. Der Schulhof und die Parkflächen neben dem Gebäude müssen umgestaltet werden und die Einfahrt in die Kirchstraße. Grünflächen, Sitzplätze und neue Stellplätze für Autos sollen geschaffen werden. Der Dorfmittelpunkt soll zu einem sozialen und kulturellen Zentrum werden. Platz zwei auf der Prioritätenliste bekam der Multifunktionsplatz. "Hier hat der Förderverein "Rolfshagen aktiv" das Feld bereits bestellt, da müssen wir einfach weitermachen", so Reinold. Gegenüber dem Freibad ist ein Wohnmobilparkplatz geplant und auch die Parkplätze sollen umgestaltet werden. Der dritte große Platz, der im Rahmen der Dorferneuerung umgestaltet werden soll, ist der Bereich vor der Kirche. Auch hier sollen Sitzgelegenheit und neue Stellplätze für Autos geschaffen, die Straße gepflastert und Bäume gepflanzt werden. Im vierten Schritt sollen dann die Straßenverbindungen verändert werden. Versiegelte Flächen in den Seitenstreifen sollen aufgebrochen und durch eine neue Anordnung der Parkplätze und Bäume und Sträucher aufgelockert werden. So zum Beispiel an der Rolfshagener- und der Napoleonstraße. "Wenn alles eine neue, schönere Optik hat, dann haben alle Auetaler etwas davon", stellt Reinold fest. Natürlich stehen auch Wanderwege und deren Beschilderung, die Veränderung des Friedhofes in einen "Naturpark" und neue Buswartehäuschen im Plan der Dorferneuerer. Versprechen, dass alles wie geplant umgesetzt wird, wollte Reinold allerdings nicht. "Wir müssen abwarten, was der Gemeinderat und schließlich Hannover genehmigen". Auch gab er zu bedenken, dass die Rolfshagener Straße eine Kreisstraße ist und der Landkreis unter Umständen nicht jeder Veränderung zustimmt. Jetzt müssen die politischen Gremien der Gemeinde Auetal über die Projekte beraten und der Rat im März 2009 einen Beschluss fassen. Dann können die Gelder in Hannover beantragt werden und wenn alles gut geht, kann 2010 der erste Spatenstich am Dorfmittelpunkt vollzogen werden. Das Engagement des Arbeitskreises ist aber mit der Planerstellung nicht beendet. "Im Januar wollen wir eine Informationsveranstaltung für die Bürger organisieren, die Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung planen", erklärte Ortsvorsteher Rüdiger Teich. Außerdem erstellt der Arbeitskreis derzeit eine Homepage, auf der die Rolfshäger unter anderem über die Dorferneuerung informiert werden sollen.
"Wenn es dann richtig losgeht, werden wir natürlich die einzelnen Maßnahmen detailliert mit den bauausführenden Firmen besprechen, damit auch alles so wird, wie wir uns das vorstellen", so der Ortsvorsteher. Foto: tt