RINTELN (km). In Sachen Baustopp durch den Eigentümer bei den Restarbeits-Sicherungsarbeiten am Alten Museum am Kirchplatz ist den Mitgliedern des Arbeitskreises Denkmalschutz jetzt auf ihrer jüngsten Sitzung "der Geduldsfaden gerissen", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Deshalb formulierten die Mitglieder an die Adresse von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz einige kritische Fragen und konkrete Forderungen.
Vorne hui, hinten pfui: Das Alte Museum am Kirchplatz.
Das entsprechende Schreiben hat Arbeitskreisleiter Dr. Alexander Lattermann inzwischen an Karl-Heinz Buchholz geschickt und den Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat zur Kenntnis gegeben. Die Denkmalschützer erwarten jetzt eine schnelle Reaktion im Rathaus.
Die im September dort bereits mündlich vorgetragene Bitte, für die unverzügliche Weiterführung der Bestandssicherungsarbeiten durch den Eigentümer zu sorgen, stellte Dr. Alexander Lattermann enttäuscht fest, sei ohne greifbares Ergebnis geblieben.
Es sei "unerträglich, noch länger mit ansehen zu müssen, wie die Bausubstanz des historischen Juwels inmitten der Altstadt zunehmend zerfällt und damit unersetzbares Kulturgut unserer Stadt zerstört wird," so Lattermann. Schon seit Jahren stehe das denkmalgeschützte Gebäude leer - und für den Arbeitskreis sei es "erschreckend, wie sehr in immer kürzeren Zeitabständen der Putz, die Inschriften, die Ornamente des Schnitzwerkes ungesichert herabfallen und die Fachwerkbalken verfaulen". Der Arbeitskreis sieht die Stadt als Denkmalschutzbehörde und zugleich auch als Bauordnungsbehörde in der Pflicht, "endlich alle rechtlichen Möglichkeiten gegenüber dem Eigentümer auszuschöpfen". Folgende drei Fragen wurden dem Bürgermeister jetzt schriftlich übermittelt:
1. Ist eine Aufforderung der Stadt zur Erhaltung des Baudenkmels an den Eigentümer erfolgt?
2. Welche Erhaltungsmaßnahmen sind durch den Eigentümer vorgesehen?
3. Wann kommen die zur Ausführung ?
In dem Zusammenhang erinnert Lattermann an die Einschätzung des vom Eigentümer beauftragten Architekten, dass das Gebäude andernfalls einen weiteren Winter kaum überstehen werde.
Ihren Fragen schließen die Denkmalschützer zwei zentrale Forderungen an: "Sollte der Eigentümer seiner Verpflichtung zum Erhalt nunmehr nicht unverzüglich nachkommen, wird die Stadt aufgefordert, im Rahmen einer für den untätigen Eigentümer kostenpflichtigen Ersatzvornahme die erforderlichen Maßnahmen selbst durchzuführen." Darüber hinaus legt der Arbeitskreis der Stadt nahe - "den Eigentümer insoweit unterstützend" - ein mögliches Nutzungskonzept mit zu erarbeiten, damit der Erhalt auch auf Dauer gesichert sei. Foto: km