STADTHAGEN (mr). Einen besonders interessanten Namen hat sich Benjamin Benicki für seine kalte Platte ausgedacht: "Robber meets robber". Der eine Räuber, Lachs, trifft auf das andere Raubtier, Langustine: und schon war die "Symphonie von Lachs und Langustine", das Thema des diesjährigen Vorentscheid zum Rewe-Deutschland-Pokal 2008, perfekt.
Ob der Name ihm unter den neun Teilnehmern zum dritten Platz verholfen hat, bleibt ungewiss. Aus Prinzip verrät die Wanderjurorin, die Küchenmeisterin Thea Nothnagel aus Berlin, nicht die Punkteverteilung der sechsköpfigen Jury aus renommierten Küchenmeistern. Nur soviel: die Kriterien sind umfangreich. Zwei Tage lang müssen sich die Auszubildenden aus dem zweiten oder dritten Lehrjahr den kritischen Blicken stellen, die jeden Handgriff auf Zubereitung und Arbeitstechnik, Materialbedarf, Organisation und Kalkulation sowie Schwierigkeitsgrad und Arbeitsaufwand hin bewerten. Dazu gesellt sich die "Mise en place" inklusive Hygiene, die Wirtschaftlichkeit der Rohstoffe, der Gesamteindruck und natürlich der Geschmack. Diesbezüglich läuft Feinschmeckern bereits bei den Namen das Wasser im Munde zusammen: Ob Lachsroulade im Zucchinimantel und Langustini-Rafaelo wie bei Benicki oder Caipirinha Lachs im Tomatenmantel wie bei Jessica Vahlsing – die Kreationen zeigten die Phantasie und die Kompetenz ihrer Hersteller. Kein Wunder also, dass die Jury nach den drei Bestplatzierten nur vierte Plätze vergab. Zum zehnten Mal fand der Vorentscheid für Niedersachsen in der Küche der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Stadthagen statt. Nur die zwei Besten dürfen am Deutschland-Entscheid teilnehmen, der Mitte März 2009 in Mainz ausgetragen wird.
Ein großes Lob sprachen Nothnagel und Martina Eisenbarth-Röder, Gebietsverkaufsleiterin von Rewe, Ralph Kerkamm, Leiter der Gastronomie und seinem Team für die hervorragende Organisation und die tolle neue Küche aus. "Besser geht es fast nicht mehr", stellte Nothnagel fest. Begeistert waren sie ebenfalls über die hervorragende Beherbergung bei der Familie Parno im Dicken Heinrich und das exzellente Mahl von Sohn Martin, einem ehemaligen Teilnehmer am Rewe-Wettbewerb.
Victoria Rettig als Zweite und Jessica Vahlsing als Erste fahren nächstes Jahr nach Mainz.
Sie habe auf den Sieg gehofft, erklärt Vahlsing, die zum zweiten Mal an dem Vorentscheid teilnimmt. Nur knapp habe sie letztes Jahr die vorderen Plätze verpasst. Jedoch sei die Aufregung jedes Mal die gleiche, lediglich die Vorbereitung verlaufe besser, so die Siegerin. Ihre Kreation trug den Titel "Sommergrößen aus Fluss und Meer". Foto: mr