1. Längere Frist für zwei Kirchen

    Bistum Hildesheim verschiebt Schließungspläne auf 2012

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    SAMTGEMEINDE RODENBERG (al). Der Bestand der beiden katholischen Filialkirchen in der Samtgemeinde Rodenberg ist vorerst nicht gefährdet. Am Wochenende wurde eine Entscheidung des Bistums Hildesheim bekannt, "St. Markus" in Lauenau und "Mariä Himmelfahrt" in Rodenberg bei den Profanierungsplänen für Gotteshäuser neu einzustufen. Erst in 2012 soll neu nachgedacht werden.

    Der Brief aus Hildesheim löste bei Pfarrer Adalbert Bonk große Freude aus: "Jetzt können wir wieder durchatmen." Die Gebäudefrage war nicht die einzige Sorge, die ihn in der jüngsten Vergangenheit umtrieb. Auch der mögliche Wegfall der Stelle einer hauptamtlichen Gemeindereferentin hatte in den letzten Wochen für Unruhe gesorgt (SW berichteten). Doch dazu gab es bislang keine Neuigkeiten: "Die Verhandlungen laufen", wollte der Seelsorger lediglich mitteilen.

    Die drohende Kirchenschließung hatte im Januar unverhofft die Gemeinde getroffen. Bistumsweit war ein Katalog erstellt worden, in der alle Gotteshäuser eingestuft wurden. Danach sollten für das Lauenauer Gebäude als "C 2"-Kirche schon im kommenden Jahr keine laufenden Betriebskosten mehr erstattet werden. Die Rodenberger Immobilie würde als "C 1" sofort in Frage stehen, wenn eine teure Reparatur fällig sei. Damit war die Zukunft beider Filialen bedroht.

    Während die Pfarrgemeinde eine Stellungnahme verfasste, wurde ein Kreis Lauenauer Katholiken bereits konkret. Sie gründeten einen "Förderverein St. Markus" mit dem Ziel, durch Beiträge und Spenden die laufenden Betriebskosten selbst zu finanzieren. Inzwischen gehören dieser Gemeinschaft nach eigenen Angaben über 80 Personen an.

    Doch die Gefahr ist zumindest vorerst gebannt. Die bischöfliche Behörde hat beide Gebäude jeweils eine Stufe höher gestellt: Lauenau ist jetzt in "C 1" – und nur in Frage gestellt, wenn eine aufwendige Reparatur erforderlich wird. Für Rodenberg gilt mit "B" sogar weiterhin die komplette Kostenübernahme aus der Bistumskasse.

    Über die Gründe für diese Entscheidung konnte Bonk auf Anfrage zunächst keine Aussagen treffen. Das aber erfuhr das SW vom Pressesprecher Michael Lukas vom Bistum Hildesheim. Aufgrund der verschiedenen Stellungnahmen aus den Dekanaten sei die bestehende Profanierungsliste überarbeitet worden: "Wegen plausibler Argumente wurden in einigen Bereichen die Einstufungen korrigiert." Doch seien dies eher Ausnahmen: 75 Prozent der früheren Festlegungen blieben unverändert. In einigen Fällen gab es sogar Herabstufungen.

    Dass in der hiesigen Kirchengemeinde gleich zwei Gebäude eine Aufstockung erfuhren, ist offensichtlich mit der Ergänzung um die Pfarrei Haste/Hohnhorst in vier Jahren zu sehen. "Da ist es nur konsequent, dann neu zu überlegen", meint Pfarrer Bonk. Aber er warnt vor großer Euphorie: "Danach wird eine Kirche bestimmt fallen." Insgesamt vier Gebäude dürften nicht zu halten sein.

    Der Vorsitzende Karl-Heinz Strecker sieht seinen Lauenauer Förderverein durch die aktuelle Hildesheimer Entscheidung jetzt noch mehr gefordert. Zwar müssten nun die laufenden Betriebskosten doch nicht aufgebracht werden; aber der Verein habe jetzt für Rücklagen bei anstehenden großen Reparaturen zu sorgen. Zwar glaubt Strecker nicht an baldigen Bedarf, da es sich um einen Massivbau und nicht um eine Fertigteilkirche handelt. Aber ein finanzielles Polster würd ein noch größeres Zeichen an die Bischofsstadt sein, dass die hiesigen Katholiken die Zukunft ihrer Kirche langfristig sichern wollen und können.

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