LAUENAU (al). Rechtzeitig zum Beginn der neuen Saison hat sich das Inventar der Lauenauer Eissporthalle weiter komplettiert. Unter den soeben neu angestrichenen Deckenstreben tickt eine ausrangierte Bahnhofsuhr. Der örtliche Experte Gerrit Eckardt hat sie aus Bauteilen mehrerer verschrotteter Modelle zusammengesetzt. Nun tickt sie wieder sekundengenau – dank der Impulse der Baunschweiger Atomuhr.
Eine Zeitanzeige fehlte bislang noch in der Wintersportstätte des Fleckens. Das hatten sich Besucher schon länger gewünscht, um ja nicht weitere Tagespflichten zu verpassen. Denn die Schlittschuhrunden auf dem Eis sind ohne zeitliche Begrenzung möglich. Und da hat sich schon mancher Gast verwundert, wie die Stunden verrinnen.
Nun also eine Bahnhofsuhr. Sie trägt sogar die typische Bahnhofsfarbe, als sie jetzt von Eckardt und einigen Mitgliedern des Bauteams der "Lauenauer Runde" in großer Höhe montiert wurde. Friedrich Wehrhahn hatte ein Gerüst aufgestellt; Willi Döpker und Herbert Kluczny packten mit an, nachdem ein örtliches Elektrounternehmen die fälligen Kabel verlegt hatte.
Doch der Chronometer mit seinen 60 Zentimeter breiten Zifferblättern ist nur eine Nebenuhr. Die "Mutteruhr" hängt im Kassenraum und gibt einen Stromimpuls, der den Minutenzeiger jeweils weiterrücken lässt. Diese Mutteruhr empfängt das offizielle Zeitzeichen "DCF-77" über eine kleine Antenne von der Atomuhr der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt in Braunschweig.
Für Eckardt ist es übrigens die dritte Bahnhofsuhr, mit der er das Lauenauer Ortsbild bereichert hat. Eine erste montierte er im vergangenen Jahr über dem Klubraum der Eisenbahnfreunde Sünteltalbahn in der Coppenbrügger Landstraße. Die zweite hängt auf dem Balkon seines Hauses in der Südstraße.