APELERN (al). Zum zweiten Mal binnen weniger Tage hat die Apelerner Laienspielgruppe ihre Talente unter Beweis gestellt. Kaum sorgten die Erwachsenen für Beifallsstürme mit einem deftigen Schwank; folgte das Nachwuchsensemble "New Generation" mit einem Kriminalspiel. Und spätestens seit dessen Premiere steht fest: Die Mimen aus der Riesbachgemeinde können wirklich mit der zweiten Generation aufwarten.
Das war zwar schon beim Debüt der Jugendlichen im Frühjahr erkennbar. Doch dass diese jetzt mit "Tod im Rampenlicht" eine Aufführung inszenierten, die nicht nur den Schauspielern viel abverlangte, sondern auch beim Publikum größte Aufmerksamkeit erforderte, hat endgültig Klarheit geschaffen: Dieses junge Ensemble wird wohl noch öfters das regionale Kulturleben bereichern. Der bisherige Besuch belohnte wochenlange Proben und vermutlich starkes Lampenfieber: Den 70 Premierenbesuchern folgten bei der zweiten Aufführung am vergangenen Mittwochabend … Eine letzte Gelegenheit bietet sich am kommenden Mittwoch, 19. November, um 19 Uhr im Lauenauer "Sägewerk".
Dann wird wieder Schauspieler Klaus Wilberling (Isabell Michaelis), der seine besten Jahre hinter sich hat, von zwei Schüssen getroffen. Denn auf der Bühne wird ein Bühnenstück geprobt; und die Theatermitarbeiterin Maria Schneider (Luisa Peek) hat weisungsgemäß die Waffe zu ergreifen. Doch bei der Wiederholung der Szene ist diese mit scharfer Ladung vertauscht worden: Wilberling bleibt tot am Boden liegen. Kommissar Holm (Christian Glensk), der eine verblüffende Ähnlichkeit mit Fernseh-"Columbo" besitzt, nimmt die Ermittlungen aufnehmen. In seinen Verdacht geraten die Schauspielerinnen Sylvia Hanisch (Larissa Wehner) und Svenja Thöne (Anna Enderes), die Mimen Peter Gärtner (Johanna Schauer) und Lukas Meier (Diana Karnbach) und Regisseurin Kerstin Lauhe (Karin Hillen). Nur die Bühnenmeisterin, die die eingewechselte scharfe Waffe nicht als solche erkannt hatte, scheidet als Mörderin aus. Sie wird selbst zum Opfer, weil sie offenbar Insiderkenntnisse besitzt.
So entwickelt sich in den zwei Theaterstunden ein spannender und mitunter verwirrender Verlauf. Denn die Realität des Mordgeschehens und der persönlichen Intrigen mischt sich mit der zwischen Generalprobe und Premiere befindlichen Handlung auf der Bühne. Doch bei aller Kompliziertheit bleibt Platz für skurrile Szenen und komödiantische Dialoge. Die jungen Mimen spielten überzeugend ihre Rollen, besonders jene, die in eine Männerrolle hatten schlüpfen müssen. Isabell Michaelis und Diana Karnbach waren dafür von den Maskenbildnerinnen Helma und Melanie Koller durch Frisuren und aufgemalte Bärte optisch verändert worden. Ebenfalls Regie führten Maria Thöne und Brigitte Hillen.