BAD NENNDORF (Ka). Zum Gedenken und in mahnender Erinnerung fanden am 9. November ein Gottesdienst und eine Kranzniederlegung am jüdischen Gedenkstein statt.
Für die Stadt und die Samtgemeinde Nenndorf sprach Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese, der vor jüdischen Gemeindemitgliedern mit der Vorsitzenden Marina Jalowaja, Ratsmitgliedern, Kirche, Mitgliedern der Initiative "Bad Nenndorf ist bunt" und bewegten Bürgern die Kranzniederlegung mit dem stellvertretenden Bürgermeister Werner Tatge vornahm. Der Blick ging in an diesem Tag 70 Jahre zurück in die Vergangenheit. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten im ganzen Deutschen Reich jüdische Synagogen.
Jüdische Geschäfte wurden demoliert und angezündet und Wohnungen geplündert. 30.000 Juden wurden verhaftet und viele in den Tod getrieben. Schüler des Bad Nenndorfer Gymnasiums und der Stadtschule Rodenberg erinnerten an die Menschrechte und zitierten das Grundgesetz. Die schweigenden Minuten galten der Erinnerung der verfolgten Bürger jüdischen Glaubens im Landkreis und in der Stadt. Ein Banner im Hintergrund mit den Worten "Erinnern heißt Handeln" und eine musikalische Untermalung von Bläsern des Gymnasiums rahmten die Pogrom-Gedenk-
feier.
Im Anschluss überreichte die jüdische Gemeinde allen Teilnehmern einen transparenten und an zwei Spitzen angeschlagenen Davidstern mit der Aufschrift "Nie wieder! 9. November 1938", der bis heute als das Symbol des Judentums und des Volkes Israel gilt. Foto: ka
Werner Tatge und Bernd Reese legen einen Kranz am jüdischen Gedenkstein nieder.