HÜLSEDE (al). Der Rat der Gemeinde Hülsede wird im kommenden Jahr seine Ausgaben stark reduzieren. Neben den laufenden Aufwendungen sind keine investiven Maßnahmen vorgesehen: Nullen dominieren im Vermögenshaushalt. In einer ersten Beratung diskutierten die Fraktionen Änderungen miteinander; im Dezember soll das Zahlenwerk beschlossen werden.
Den Entwurf nahm Gemeindedirektor und Samtgemeindekämmerer Uwe Heilmann zum Anlass deutlicher Kritik am Landkreis. Es möge nicht wieder "eine Diskussion um die Kreisumlage angezettelt" werden: "So wie wir in unseren Gemeinden muss auch der Kreis mit seinem Geld auskommen", verlangte er. Dass gerade die Samtgemeinde Rodenberg in den vergangenen fünf Jahren ihren Teil beigetragen habe, ließ er nicht unerwähnt: Aus ihrem Bereich sei der Umlagebetrag in den letzten fünf Jahren um 50 Prozent angestiegen – von 2,8 Millionen Euro auf zuletzt 4,2 Millionen Euro.
Die hohen Zahlungen an andere öffentliche Kassen schränken Hülsedes finanzielle Möglichkeiten ein: Vom erwarteten Steueraufkommen in Höhe von 573.000 Euro müssen rund 510.000 Euro sofort wieder abgeführt werden. Unklar ist momentan der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. Dessen aktuelle Entwicklung steht noch aus.
Die einzige besondere Ausgabe im Vergleich zum Vorjahr leistet sich Hülsede mit 10.000 Euro für das bevorstehende Ortsjubiläum. Ob dieser Betrag ausgeschöpft wird, hängt vom Engagement eines eigens gebildeten Ausschusses ab, der unter anderem mit dem Verkauf von Chroniken selbst Erlöse erzielen will.
Gerade einmal 7000 Euro stehen für die Reparatur an innerörtlichen Straßen zur Verfügung. "Keine Chance für mehr", beklagte Heilmann die Situation: "Wir müssen uns am Bedarf entlanghangeln." Auch er sah ein: "Die Gemeindestraßen sind unser größter Problembereich."
Der Hinweis auf den engen Finanzkorridor genügte bei den anschließenden Zuhörerfragen. So wollte jemand wissen, ob nicht auch in den drei Hülseder Ortsteilen vekrehrsberuhigte "Tempo 30"-Zonen eingerichtet werden könnten.
"Wenn wir das wollen, müssen wir Geld in die Hand nehmen", erläuterte Heilmann fällige Umbau- und Beschilderungsmaßnahmen, "da ist uns die Unterhaltung der Fahrbahnen wirklich wichtiger".