RODENBERG (pd). Auch wenn die meisten Schaustellerbetriebe wie vertraglich geregelt schon am frühen Vormittag ihre Geschäfte und Buden für die Besucher geöffnet hatten, kam der Haupttag des beliebten Traditionsfestes auf der Langen Straße gestern eher schleppend in Gang. "Am Wetter kann´s nicht liegen", so die Feststellung eines Besuchers mit Blick auf die zwar trübe, aber doch trockene Witterung. Erst als gegen Mittag auch Schulklassen und Kindergarten-Kinder über die Marktmeile bummelten, kam mehr Leben auf. Marktmeister Ingo Heuser von der Verwaltung zeigte sich nicht glücklich darüber, dass einige Händler trotz einer Zusage ihren Stand nicht besetzt haben.
"Der Korbflechter ist ja gar nicht da", beklagte sich eine Passantin. Stimmt, und auch der Betreiber eines Standes mit Käse-Spezialitäten hatte es vorgezogen, den Tag anderweitig zu verbringen. Dafür waren einige Sortimente gleich doppelt vertreten. Reiche Auswahl gab es bei Gewürzen, Socken oder Brühsuppen. Wer nicht gezielt nach einer Ware Ausschau hielt, der störte sich nicht an dieser Tatsache, sondern schlenderte interessiert auf der Langen Straße, der Neuen Amtsstraße und im Poggenwinkel.
Das neue Fahrgeschäft "Disco Dance" war vor allem in den Abendstunden angesagt, doch für die gute alte "Berg- und Talbahn" war die Riesenschaukel keine Konkurrenz. Ein Herz für Schulkinder zeigte Betreiber Dormeier. Die Klasse 4 b der Julius- Rodenberg- Schule durfte gestern Morgen sogar eine Gratisrunde drehen. Das Riesenrad vor dem Rathaus war nicht nur ein Hingucker. Ganze Familienverbände nutzten die Chance, von hoch oben einen Blick auf das bunte Marktgeschehen werfen zu können. Für die jüngsten Besucher gab es verschiedene Karussells im Angebot, dazu jede Menge Auswahl bei Süßigkeiten. Überhaupt war das Angebot an Speisen und Getränken gut sortiert wie immer. Glühwein wollte den meisten noch nicht so recht schmecken. "Dafür ist es noch nicht kalt genug", so die Auffassung eines Marktbesuchers, der sich ein gut gekühltes Bier schmecken ließ. Dafür gab es wieder reichlich Nachfrage nach Erbsensuppe, Grünkohl, Pizza oder Bratwurst. Wie in jedem Jahr nutzten auch diesmal wieder viele ihre Mittagspause, um über den Martinimarkt zu gehen. Das "Prost Jahrmarkt" war allerorten zu hören. Am Nachmittag und am frühen Abend wurde es auf der Langen Straße immer enger und die Temperaturen fielen. Aber heißer Slovowitz, Kakao mit Schuß oder Eiergrog sorgten für innere Wärme und aufgeheizte Stimmung. Und Freunde und Bekannte fanden sich in Gruppen zusammen, um zünftig "Jahrmarkt" zu feiern. Foto:pd