Bernd Althammer
Selbst tiefgläubige und amtskirchentreue Katholiken in der Samtgemeinde Rodenberg reiben sich verwundert die Augen: Was ist in ihrer Kirche los? Erst droht die Schließung ihrer Gotteshäuser. Und dann soll auch noch die hauptamtliche Kraft verschwinden, die nur deshalb eingestellt worden war, weil es für Rodenberg und Lauenau keinen eigenen Pfarrer mehr gab. Dafür gibt es nur einen Begriff: Ausverkauf.
Nun können Kirchenobere ihre Entscheidungen mit Personalmangel und knappen Kassen sachlich und durchaus nachvollziehbar begründen. Der Flurschaden aber, den sie bei den Betroffenen anrichten, dürfte den Wert des dabei eingesparten Geldes weit übersteigen. Je mehr sich die Entfernung zu Gottesdienstangeboten und Seelsorgern verlängert, um so eher werden sich Christen von ihrer Kirche entfremden.
Hoffentlich nicht vom Glauben und von ihrem Gott, wohl aber von diesem behördenähnlichen Apparat in Hildesheim, der offenbar den Bezug zur Basis längst völlig verloren haben muss und der offenbar übersieht, dass es nicht allein um Zahlen geht, sondern um die Menschen. Wie anders kann es sein, wenn vor nur sechs Jahren eine Stelle geschaffen worden ist, von der gerade für die Betreuung von Kindern, Jugendlichen und jungen Familien wichtige Impulse ausgegangen sind und deren abruptes Ende nun bevorsteht?
Wer von den Entscheidern in Hildesheim glaubt wohl, dass in einer Zeit, wo es immer schwieriger wird, Ehrenamtliche zu finden, nun einfach so Leute zur Verfügung stehen, die eine 40-Stunden-Arbeitskraft mühelos ersetzen?
Pfarrer Adalbert Bonk ist nur zu bedauern. Die Gemeinde wird immer größer; die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter sinkt: Die wenigen Stunden einer Bürosekretärin wurden bereits gestrichen; jetzt bricht auch noch eine wichtige Säule in der Seelsorge ab.
Man muss kein Prophet sein, um die weiteren Folgen auszumalen: Noch mehr Christen entfernen sich von ihrer Gemeinde, noch weniger Kirchensteuer fließt in die bischöflichen Kassen, noch dünner wird die Personaldecke im Bistum. So was nennt man Teufelskreis. Der aber hat am allerwenigsten etwas bei Christen zu suchen. Ob das wohl auch das Generalvikariat erkennt?