BAD NENNDORF (pd). Die letzten Bauarbeiten sind noch nicht einmal erledigt, schon herrscht chronischer Platzmangel in der Tierauffangstation am Bad Nenndorfer Klärwerk. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Rodenberg, Bad Nenndorf und Umgegend weiß kaum noch wohin mit Fund- und Abgabetieren.
"Hier herrscht immer Hochkonjunktur" erklärt Jutta Schneider mit Resignation in der Stimme. Denn auch die neue Einrichtung stößt bereits an ihre räumlichen Grenzen. Ganz zu schweigen von der Last, die die wenigen Ehrenamtlichen zu tragen hätten.
Immer für Tiere in Not da: die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Jutta Schneider (re.) und eine ihrer fleißigsten Helferinnen, Gitta Engelke.
Das Resümee hört sich ziemlich ernüchternd an. "Ich fürchte, wir haben zu klein gebaut", erklärt Jutta Schneider.
Wenn der Trend sich weiter so entwickelt wie in den vergangenen zwölf Monaten, sieht sich die Tierschützerin am Ende ihrer Möglichkeiten. "Wir wissen kaum noch wohin mit den Tieren, die bei uns landen". Trotz eindringlicher Appelle an Katzenhalter, ihre Tiere sterilisieren zu lassen, steigt die Zahl an unerwünschten Katzen scheinbar unaufhaltsam. "Das ist ein Kampf, den wir wohl nie gewinnen werden", stellt die Vorsitzende für sich fest. Neben den Katzen und Hunden ist auch eine ganze Reihe von Kleintieren in der Auffangstation am Klärwerk zu Gast.
Bis zu 25 000 Euro Tierarztkosten müsse der Verein im Jahr verkraften. Diese Summe belaste die Vereinskasse. Die geringen Mitgliedsbeiträge und die Erlöse aus den Spendenaktionen könnten diese Kosten kaum noch decken. Auch, weil die Spendenbereitschaft in den letzten Jahren zurückgegangen sei.
Vieles bliebe am Ende auch am Steuerzahler hängen. Wenn bei Einsätzen Polizei, Feuerwehr und Veterinäramt tätig werden müssen, fallen Kosten an. Und diese würden in nicht wenigen Fällen von den Verursachern nicht gezahlt werden.
Zurzeit befinden sich gut 70 Tiere in der Obhut des Tierschutzvereins. Das bedeutet auch für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer viel Arbeit. "Wir können schon auf 40 bis 60 Stunden Arbeitszeit in der Woche", hat Jutta Schneider einmal ausgerechnet. Das alles sei kaum noch zu leisten, stellt sie weiter fest. Foto:pd