KREUZRIEHE (Ka). Neben dem bekannten Klatsch und Tratsch aus Brigitte Wehrhans Munde, vernahm das Publikum auch Polit-Kabarett vom Feinsten. Im Gasthaus Hattendorf gastierte die Komödiantin aus Eimbeckhausen und bezog in altbekannter Manier Stellung zu Themen die interessieren, bewegen oder jene, die bereits in der Überschrift Tränen in die Augen schießen lassen.
Ihr plattdeutsches Programm "Ser nich (So nicht)" ließ schon im Vorfeld "bittersüße Appelle und Mahnungen" erahnen. Der Blick über den Gartenzaun hinüber zu Klein-Heini reichte dann vom Promi- bis zum Polit-Mutantenstadl nach Berlin. Dabei wählte Wehrhahn unbürokratisch kurze aber sehr kritisch humorvolle Wege und konnte das hölzerne Lügengerüst um die sicheren Renten mit Norbert Blüm genau definieren. Was also haben Pinocchio und Norbert Blüm gemeinsam? Sind es die kurzen Beine um die aufgetischten Lügen? Spätestens beim Onanieren wird Pinocchio merken, dass das Ziel dieser Unternehmung nicht das Erwünschte, sondern ein Feuer ist, so Wehrhahn. Wer erinnert sich noch an Claudia Nolte, die eine Legislaturperiode als Familienministerin im Bundestag mitnahm. Kohls Mädchen erwarb für diese Zeit außerordentlich hohe Versorgungsansprüche, die Wehrhahn mit über 6.000 Euro monatlich bezifferte. Tja, von diesen Pensionsbezügen kann unsereins nur träumen, so Wehrhahn, die für das Volk genauer hinter die Kulissen schaut und zum Sprachrohr des kleinen Bürgers wuchs. Was für ein Gefühl muss wohl der Tropfen haben, der das Fass zum Überlaufen bringt? Dabei schaute sie kritisch auf die roten, grünen und gelben Flaschen und den sonstigen Restmüll im Bundestag. So zog sie abschließend die Bilanz: "An den wärmsten Plätzen sitzen oft die unverfrorensten Leute!". Foto: ka