1. Mindestlohn gegen Lohndumping

    AWO-Bundesvorsitzender im Gespräch mit "Sonnenhof"-Mitarbeitern

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    OBERNKIRCHEN. Auf Einladung des heimischen Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy besuchte jetzt der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Wilhelm Schmidt, das Seniorenheim "Sonnenhof" in Obernkirchen. Im Mittelpunkt des Gespräches, an dem auch AWO-Kreisvorsitzender Ernst Kastning, Pflegedienstleiter Volker Flöttmann und als Vertreterin des "Sonnenhof"-Vereins Sybille Schlusche teilnahmen, stand die Pflege älterer Menschen. Der "Sonnenhof" gilt als gut geführtes Haus, diesen Eindruck teilte nach einem gemeinsamen Rundgang auch AWO-Chef Wilhelm Schmidt, dessen Verband über 600.000 Mitglieder zählt und 140.000 Beschäftigte in über 3.000 Einrichtungen hat. Schmidt wollte den "Sonnenhof" besuchen, weil er von Edathy viel Positives über die eigenständige Einrichtung vernommen hatte. "Schwarze Schafe", die auf dem Rücken der Beschäftigten und der Bewohner die Pflege als Geldmaschine betrachteten, gebe es ohne Zweifel, so Schmidt.

    Aber "die weißen Schafe sind in der klaren Mehrheit", man sollte anerkennen, dass in vielen Se-

    niorenheimen wie im "Sonnenhof" Obernkirchen gute und engagierte Arbeit geleistet werde. Einigkeit erzielten die Gesprächspartner darin, dass ein Mindestlohn für Pflegekräfte dazu beitragen könne, dass dort, wo anders als im "Sonnenhof" nicht nach Tarif bezahlt werde, dem Lohndumping Einhalt geboten wird. Auch darüber, dass zu veröffentlichende Prüfberichte sinnvoll sind, erzielten Gäste und Gastgeber Übereinstimmung.

    MdB Edathy bekam in diesem Zusammenhang von Pflegedienstleiter Flöttmann eine Anregung mit auf den Weg: Der Bundestag könne doch darüber nachdenken, dass diese Prüfberichte nicht allein nach Aktenlage erstellt werden, sondern dass auch eine Bewohner-Befragung bezüglich der empfundenen Lebensqualität erfolge und in die Bewertung einfließe. Edathy sagte zu, diese Idee im Bundestag zur Sprache zu bringen.

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