OBERNKIRCHEN (mk). Es gibt viel zu tun in Obernkirchen, das ist jedem klar. Und mittlerweile gibt es auch zahlreiche Vorschläge, wie sich die Stadt in Zukunft positiv verändern könnte. Mit der Beteiligung der Bürger ist in den vergangenen Monaten ein Gutachten entstanden, welches Stärken und Schwächen der Stadt aufzeigt, aber auch konkrete Lösungsvorschläge gemacht werden. Nun hat sich der Ausschuss für Stadtentwicklung erstmals mit den Ergebnissen befasst.
Besonders Augenmerk wurde in der Sitzung insbesondere auf die Situation der Leerstände und die Entwicklung am Bornemannplatz gelegt.
Zunächst einmal wurde deutlich, dass Obernkirchen unter anderem mit seiner Historie, seinem hervorragenden Freizeitangebot, seiner nähe nur Natur, dem hohen Wohnwert, der Sicherheit und der Veranstaltungsvielfalt glänzen kann. Die Schwächen liegen in den Bereichen der Innenstadt - Stichpunkt Leerstände, Tourismus, Grundversorgung und einem nicht ausgereiften Stadtmarketing. Mit Dörte Worm hat die Stadt nun eine Koordinatorin eingestellt, die sich explizit für die Beseitigung der Leerstände einsätzt. Im Schnitt stehen rund 20 Immobilien leer und mit deren Eigentümern will man eine Lösung finden. Doch das ist gar nicht so einfach und einige Eigentümer wollen in ihre Immobilien gar nicht investieren, so dass diese zu verfallen drohen. Mit individuellen Mietlösungen und möglichen Förderungen von Seiten der Stadt, so Worm, könnte man hier vielleicht etwas bewegen. Auch eine Umnutzung der Räume, beispielsweise als Wohnraum, schwebe ihr vor, aber auch hier ist sie auf Mithilfe der Eigentümer angewiesen. Ihr Vorschlag, die Stadt könnte Bürgschaften für Kautionen übernehmen, stieß auf Ablehnung. Ratsherr Horst Sassenberg, CDU und seine Kollegin Beate Krantz machten deutlich, dass dies ein zu großes Risiko für die Stadt darstellen würde. SPD-Mann Wilhelm Mevert betonte, dass man die Eigentümer, die ihre Immobilien verfallen lassen, durchaus auch unter Druck setzen müsse, etwas zu tun. Verfallene Gebäude würden der Innenstadt nicht gut tun. Worm will bis Ende des Jahres ein neues Mietkonstrukt erstellen, dass den Vermietern ausreichend Sicherheit bietet und sie motiviert, zu investieren und nachdrücklich nach neuen Mietern zu suchen. Doch die Situation wird nicht leichter. Mittlerweile ist auch der Bornemannplatz von Leerständen betroffen. Die Entwicklung des Geländes "Röser Tor" hat dazu geführt, dass der Aldi-Markt bereits weggegangen ist. Dieser ist aber ein wichtiger Frequenzbringer für andere am Bornemannplatz ansässige Geschäfte. Es ist nun zu befürchten, dass auch diese den Standort verlassen.
Der Investor Plewnia Rahmann GbR schlug vor, das rund 7000 Quadratmeter große, innerstädtische Grundstück für öffentliche, soziale und kulturelle Einrichtungen zu nutzen. Ein Beschluss wurde in der Sitzung noch nicht gefasst, dennoch wurde deutlich, dass es noch einiges zu tun gibt für Bürger und Politik. Die ersten Schritte sind gemacht, jetzt gilt es die Vorschläge mit Leben zu füllen und auf ihre Machbarkeit zu überprüfen.